Berzerker Legion - Obliterate The Weak

Review

Ob wir es bei den 2015 gegründeten BERZERKER LEGION „nur“ mit einem Nebenprojekt zu tun, wird die Zeit sicher zeigen. Fakt ist jedoch, dass sich unter diesem Banner eine illustre Runde Musiker von HYPOCRISY, ASPHYX, VADER, DARK FUNERAL und WOMBBATH versammelt hat. Sowas schärft in jedem Fall die Sinne.

Schon das Cover lässt dezent erahnen, in welche Richtung es auf diesem Silberling geht. Da klirren die Schwerter und schwingt die Axt. Wobei dieser Berzerker eher erhaben als rasend wütet, der ist ganz sicher nicht der böseste seiner Zunft.

BERZERKER LEGION verschenken leider ihr Potential etwas

Womit wir auch schon bei einem grundlegenden Problem von „Obliterate The Weak“ wären. Der episch-melodische Death Metal von BERZERKER LEGION könnte gerne entweder etwas dreckiger oder aber noch wuchtiger sein, da wurde irgendwie mögliches Potential verschossen. Das wirkt irgendwie alles etwas zu brav und leicht halbgar. Die Mucke hat durchaus etwas Erhabenes, kann allerdings nicht so recht begeistern.

Auch der Gesang wurde leider zu weit in den Hintergrund gemischt und geht daher etwas unter. Und das ist generell schade bei Jonny Pettersson Organ. Wobei man diesmal schon kritisch anmerken muss, dass die Vocals nicht in jeder Stimmlage zu überzeugen wissen, da wird es zuweilen schon recht schräg. Pettersson ist eigentlich eher der reine Growler. Gerade dem recht bemüht wirkendem Klargesang („I Am The Legion“) fehlt es doch deutlich an Volumen.

Aber gehen wir dennoch etwas ins Detail, denn die Scheibe ist ja absolut kein Reinfall geworden. Man findet hier immer wieder richtig feine Elemente epischer HYPOCRISY („Obliterate The Weak“), dramatischer EX DEO („Of Blood And Ash“), stampfender AMON AMARTH („A World In Despair“) oder sogar von MORGUL zu seligen „Parody Of The Mass“-Zeiten („I Am The Legion“). Diese Aufzählung lässt einem sicher schon etwas das Blut am Schwert zusammenlaufen, aber leider können BERZERKER LEGION den genannten Bands nur teilweise folgen und eben nicht das Wasser reichen.

Ein grundsolides Album, dem etwas der Biss fehlt

„Obliterate The Weak“ ist so ein bisschen weder Fisch noch Fleisch. Den härteren Songs fehlt es etwas an Wucht, und die melodischen Tracks könnten ruhig noch hymnischer sein. Da hätte man bei dieser Ansammlung alter Hasen etwas mehr erwartet. Bei einem Newcomer würde man durchaus von einem guten Album sprechen, aber an diese Herren darf und muss man natürlich einen anderen Maßstab anlegen.

So blitzt das Können dieser alten Haudegen zwar immer wieder auf, aber die Scheibe strahlt leider alles in allem zu selten. Die richtig großen Momente fehlen nahezu völlig, daher wird dieses Album vermutlich recht schnell wieder vom MP3-Player runter fliegen. Alles in allem ist „Obliterate The Weak“ also durchaus ganz nett, aber das ist ja bekanntlich die kleine Schwester von… Stop, das wäre eindeutig zu hart und würde an dieser Stelle nicht passen. Bleiben wir lieber bei solide, BERZERKER LEGION sind grundsolide.

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22.01.2020

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4 Kommentare zu Berzerker Legion - Obliterate The Weak

  1. ClutchNixon sagt:

    Ein paar Kumpels haben zu viel time off und beschließen, womöglich zu guten Teilen auf Tour, ein kleines All Star Projekt zu gründen. Der gemeinsame Nenner ist mit ollem Viking Death schnell gefunden und man macht sich nebenbei daran midis hin und her zu schicken. Das Songwriting ist nebensächlich, denn die dicke Produktion wird es schon richten. Alles in allem ne ziemlich enttäuschende Angelegenheit, wobei ein, zwei Songs durchaus was können. Menschen, die von Amrum am Arsch nicht genug bekommen können dringend musikalische Untermalung zum stilvollen Metsaufen benötigen, kaufen das hier.

    5/10
  2. doktor von pain sagt:

    Die im ersten Absatz genannten Bands kenne ich ja – mit Ausnahme dieser Wombat, die sagen mir nüscht.

    1. ClutchNixon sagt:

      @pain: Old school Schwedentod aus bekannten Zutaten, aber mit Verve gespielt. Kann man gut hören.

  3. der holgi sagt:

    Klingt irgendwie, als wären die Musiker gelangweilt, ich meine, da sprüht nix, das ist doch alles sehr generisch und vorhersehbar. Wenn sich grossartige Musiker mit langer Erfahrung zusammentun, hierfür zwar keine guten Ideen aber jede Menge Routine besitzen, kommt so etwas wie das hier dabei heraus.

    Ich bin überzeugt davon, das diese Band nicht ernst gemeint war, man hat ne Art Testballon losgelassen, halbherzig, und wartet nun was passiert, wenn es gelingt, gut so, wenn nicht auch ok.

    Genau so klingt es für mich.

    6/10