Black Label Society - The European Invasion - Doom Troopin' Live

Review

Für BLACK LABEL SOCIETY-Fans kommt es dieses Jahr Schlag auf Schlag. Eine Woche nach der Veröffentlichung des achten Studioalbums „Shot To Hell“ schmeißt Edel Records die zweite DVD der Bandgeschichte mit dem Titel „The European Invasion – Doom Troopin’ Live“ auf den Markt. Dokumentiert wird die letztjährige, komplett ausverkaufte „Mafia“-Europatournee mit zwei Konzerten, nämlich der vollständigen Show aus Paris und vier Songs aus dem Londoner Set. Wobei gleich negativ auffällt, dass vornehmlich Material aus der neueren Geschichte zum Einsatz kommt und „Been A Long Time“, „Suicide“ Messiah“, ein Jam auf „Stillborn“ sowie „Genocide Junkies“ gleich doppelt vertreten sind. Klar, alles Killer-Songs und die Setlists der kompletten Tour dürften sich nicht besonders unterschieden haben. Ein bisschen mehr Variation wäre trotzdem wünschenswert gewesen. Zudem sollte jedem vor einem Kauf klar sein, worauf er sich da einlässt: die BLACK LABEL SOCIETY ist Zakk Wylde und Zakk Wylde ist die BLACK LABEL SOCIETY. Mag profan klingen aber dienen die Studioalben bereits der Zurschaustellung der Gitarrenkünste vornehmlich eines Mannes, nämlich Zakks, verkommt der Auftritt der BLACK LABEL SOCIETY auf dieser DVD fast schon zu einer One-Man-Show. Böse Zungen würden auch von Selbstprofilierung sprechen. Tatsache ist aber nun mal, dass Zakk Wylde sich vor keinem Gitarristen dieser Welt zu verstecken braucht, was er in der Pariser Show logischerweise auch voll und ganz nach allen Regeln der Kunst auskostet. Gleich zu Beginn haut der Meister mal eben ein dreiminütiges Intro-Solo mit allen Finessen raus, die man auf einem Konservatorium so lernen kann…oder sich wie Zakk halt selbst beibringt. So oft wie seine flitzenden Finger im Bild sind, würde „Doom Troopin’“ ebenfalls ein exzellentes Lernvideo abgeben. Untertitel: Gründe, um das Gitarrespielen aufzugeben. Denn auch wenn es für den ein oder anderen während der extensiven Wichsorgien Wyldes mal langweilig werden dürfte, ist es für Gitarrenfreaks und andere Interessierte ein wahrer Augenschmaus, Zakk bei der Verrichtung der täglichen Arbeit zuzusehen. Am überzeugendsten dargeboten beim akustischen Solo-Jam mit „Mama I’m Coming Home“-Intonation und entsprechender Fangesänge oder auch dem fast auf Bombastepen-Länge gestreckten Dimebag Darrel-Tribut „In This River“ inklusive einem mit den Zähnen gespielten Solo (Jimi lässt grüßen). Beinahe bekommt man schon Angst, Zakk könnte keine Note spielen, ohne auch nur den kleinsten Kunstgriff einzubauen. Dass der Rest der Crew dabei nicht zur bloßen Begleitband degradiert wird, ist nur den Kameramännern zu verdanken, die neben all den eingebauten (psychedelischen jedoch passenden) Rausch- und Zerreffekten trotzdem nie vergessen, auch mal einen Blick auf Drums, Bass oder zweite Gitarre zu werfen. Doch wo er eigentlich herkommt, hat Master Zakk nicht vergessen. Trotz dem Bewusstsein unbestrittener Star der Show zu sein, bietet er dem Publikum das, wonach es lechzt: einer dreckigen Rock n’ Roll-Show mit allem, was das Herz begehrt. Und dazu gehört halt eben auch, dass man beim Rausschmeisser „Genocide Junkies“ 20 Fans auf die Bühne holt und auch noch einem von ihnen die Bullseye in die Hand zum gemeinsamen Jammen mit der Band drückt. Respekt, Mr. Wylde!
Eine zeitgenössische DVD-Veröffentlichung wäre aber ohne Bonusmaterial nicht komplett und so findet sich auf DVD 2 neben den Promo-Videos zu „Suicide Messiah“ (inkl. Making-Of), „In This River“ und „Fire It Up“ eine 50-minütige Behind The Scenes-Dokumentation, die diesen Namen auch wirklich verdient hat (auch wenn sie zu einem Fünftel (wer hätte es gedacht) einen solierenden Zakk Wylde zeigt). Dort, wo andere DVDs bloße, nichts sagende Schnipsel aneinanderreihen, bietet „Doom Troopin’“ neben aussagekräftigen Interviews und Tourfilmen einen guten Einblick auch in die Privatsphäre des OZZY-Gitarristen, deckt von dem Tourleben bis zur heimischen Trainingseinheit so ziemlich alles ab – und wartet mit dem ein oder anderen derben Lacher auf. Bis auf ein paar Abstriche also ein gelungenes Release.

Tracklist:

DVD 1:

Paris Chapter
01. Intro Jam
02. Stoned And Drunk
03. Destruction Overdrive
04. Been A Long Time
05. Ironman Interlude
06. Funeral Bell
07. Suffering Overdue
08. In This River
09. Suicide Messiah
10. Demise Of Sanity
11. Spread Your Wings
12. Solo Acoustic Jam
13. Spoke In The Wheel
14. Fire It Up
15. Stillborn
16. Genocide Junkies

Paris Chapter

01. Been A Long Time
02. Suicide Messiah
03. Stillborn Jam
04. Genocide Junkies

DVD 2:

Extras:

Backstage Pass (50-minütiges Behind The Scenes)

Promo-Videos:

1. Suicide Messiah (inkl. Making-Of)
2. In This River
3. Fire It Up

29.09.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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