Black Label Society - Boozed, Broozed & Broken-Boned

Review

Zakk Wylde hat sich längst vom „war der nicht der Gitarrist von Ozzy“-Status zur eigenständigen Kultfigur gemausert, die bei der Black Label Society als alles überragendes Aushängeschild durchgeht. Warum das so ist, beweist der Konzertmitschnitt eines Auftritts in Detroit anno 2002, den man in voller Länge auf „Boozed, Broozed & Broken-Boned“ geniessen kann. Zakk Wylde lebt auf der Bühne: er schwitzt, spukt in die Kamera, begießt sich mit Bier, bearbeitet das Mikro mit seiner Rockröhre und führt nebenher noch das eine oder andere Kunststück auf seiner Gitarre vor. Tight begleitet wird er dabei von kompetentem Personal bestehend aus Nick Catanese (der 2te Gitarrenmann), dem Crowbar-Drummer Craig Nunemacher und dem Allround-Bassisten Robert Trujillo (mit dem Zakk ja auch die Backing-Band von Ozzy bislang stellte). Der Sound ist für eine Liveaufnahme enorm sauber, vielleicht etwas arg basslastig, aber schön fett-druckvoll und bei weitem lebendiger als auf den letzten Studio-Releases. Ansonsten das übliche Problem von Live-Alben, das sich auch bei vielen Live-DVDs fortsetzt: das Publikum hätte ruhig etwas mehr Beachtung beim Mitschnitt verdient, das wäre der Atmosphäre nur zuträglich. Das Liveset stellt einen ausgewogenen Querschnitt von „Sonic Brew“ bis „1919 Eternal“ dar, durchweg solides Songmaterial, das zwar wenig Überraschungen bietet, aber dessen Livetauglichkeit umso mehr zu überzeugen weiß. Nebenbei lässt sich Zakk Wylde zu direkten, unmissverständlichen Statements hinreißen („Fuck Iraq!“, „Limp Bizkit sucks!“) und bedient zwischendurch mit seinem Nationalhymen-Solo zugleich US-Patrioten wie auch die Schar an Amateur-Gitarristen, die ungläubig den Flitzefingern des Meisters folgen. Damit letzteres nicht so bleibt, wurde als DVD-Bonus mit „Hardcore Vol.1 Guitar Lesson“ eine kleine Gitarrenlektion beigefügt, auf der Zakk einen Einblick in seine Spieltechnik vermittelt. Darüber hinaus gibt’s als DVD-Bonus noch ein Interview mit ihm – sehr unterhaltsam und aufschlussreich (auch wenn man aufgrund fehlender Untertitel seinem Kauderwelsch nur mit Mühe folgen kann). Als ob das nicht genügt wäre, gibt’s noch zahlreiche Bonus-Filme wie zum Beispiel das Musikvideo zu „Stillborn“ (von der aktuellen Langrille „The Blessed Hellride“), eine Liveaufnahme aus Tokio ‚rauerer‘ Qualität und einer eher langweiligen Unpluggedsession. Nettes Feature ist auch die mit jeweiliger Musik unterlegte Diskografie, wenn auch nicht sonderlich sinnvoll. Fazit: Es wurde nicht an Bonus-Material gespart und das Kernstück der DVD, das Detroit-Konzert wurde am Stück belassen und macht einfach Laune dank der präsenten Akteure – wirklich sehenswert und kurzweilig. Einige der Bonus-Filme sind zwar nur was für eingefleischte Fans, aber all die Features machen in der Summe „Boozed, Broozed & Broken-Boned“ zu einer nicht nur physisch runden DVD, bei der jeder BLS-Anhänger auf seine Kosten kommen dürfte. Stark.

24.11.2003

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