Blackest Dawn - Soulgrinder

Review

Manchmal gibt es seltsame Geschichten. Ende 2006 ergab es sich durch Zufall, dass ich einem Auftritt einer noch unbekannten niedersächsischen Band beiwohnte und noch dazu in den Besitz ihrer „Artefacts“ EP gelangte. Das ist jetzt gute viereinhalb Jahre her und inzwischen haben BLACKEST DAWN, neben einem Labeldeal, bereits ihr zweites Album „Soulgrinder“ fertig gestellt – wie doch die Zeit vergeht.

Jedenfalls brachte das eine Menge Erinnerungen mit sich. Die Energie, die die Truppe auf der Bühne entfachte konnte die EP zwar nicht einfangen, aber schlecht war der damalige Metalcore auch nicht – eben guter Durchschnitt. Inzwischen ist auch hier viel passiert. BLACKEST DAWN spielen nicht mehr 08/15-Metalcore, lediglich einer der beiden Frontmänner Jörg Jüdes erinnert noch deutlich an die Hardcore-Wurzeln. Ansonsten ballert das Quintett aus allen Rohren, und zwar in moderner Melodic-Death-Manier, allerdings ohne jeden Funken von Erbarmen. Brutal trifft es ganz gut, die Double-Bass wird malträtiert, die Gitarren werden wüst geschrammelt und die beiden Schreihälse kreischen und brüllen sich von Hardcore-Shouts bis zu tiefem Death-Metal-Grunzen. „Soulgrinder“ ist eine ziemlich brutale Angelegenheit, ein paar Melodie-Fetzen werden zur Auflockerung beigegeben, doch über den gewalttätigen Charakter der Platte kann das nicht hinwegtäuschen. Erinnerung an MAROON zu „Endorsed By Hate“ Zeiten und HEAVEN SHALL BURN gehen leicht von der Hand, leider fehlt BLACKEST DAWN zu deren Klasse aber noch einiges. So wütend die Scheibe klingt, so mangelt es ihr doch an Dramatik und Spannung. Neben ein paar guten Nummern wie z.B. „The War Within“ oder dem stampfenden „March Of The Forgotten“, die den nötigen Biss haben, wirken andere zu stumpf.

Das ist das große Problem an „Soulgrinder“. BLACKEST DAWN haben sich viel Mühe gegeben den Hörer völlig platt zu walzen und selbst dann noch mal mit Vollgas drüber zu preschen, leider fehlt es an fesselnden Momenten, großen Melodien oder dramatischen Spannungsbögen, sodass das Album spätestens nach dem dritten Durchlauf an einem vorbei rast. Trotzdem, gehobener Durchschnitt und besser als das ganze Weichspül-Emocore-Geseiere das häufig aus einstigen Metalcore-Kombos geworden ist.

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23.07.2011

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