Blacklodge - MachinatioN

Review

Industrial Black Metal. Zu diesem Subgenre habe ich mich auf diesen Seiten schon häufiger ausgelassen und  „MachinatioN“, das neue Album der französischen Koksnasen von BLACKLODGE, gibt mir Gelegenheit, mich wieder einmal mit einem Genre zu befassen, das so viel Potential hat und doch so wenige echte Könner hervorbringt. Um es gleich vorwegzunehmen: Auch BLACKLODGE können das nicht überzeugend ändern.

Im Grunde scheitert der Dreier aus dem Südosten Frankreichs häufig an den für mein Empfinden „üblichen“ Hürden des Industrial Black Metals – wenn denn „Scheitern“ überhaupt das richtige Wort ist. Es lässt sich nämlich nicht leugnen, dass es einen ganzen Haufen vermeintlicher Industrial Black Metal-Projekte gibt, die entsetzlich viel schlechtere Musik veröffentlichen als BLACKLODGE das mit diesen zehn Stücken tun. Das ändert natürlich nichts daran, dass „MachinatioN“ in weiten Teilen nicht das allseits erhoffte Resultat ist, das man mit den Ingredienzen dieses Subgenres zusammenbrauen könnte.

Was heißt jetzt „übliche Hürden“? Meiner Erfahrung besteht das vorherrschende Problem industrialisierten Schwarzmetalls darin, dass die Künstler es in den meisten Fällen nicht schaffen, auf beide Stilarten vernünftig Acht zu geben. Das kann wie bei HUMAN VOID so ausgehen, dass die Industrial-Elemente gelungen klingen, die Gitarren aber atmosphärisch nicht passen wollen; das kann wie bei STYXIAN INDUSTRIES den Eindruck erwecken, dass die Idee ‚Industrial‘ erst im Nachhinein kam; und das kann eben so aussehen wie bei BLACKLODGE, die oberflächlich betrachtet Einiges zu bieten haben – und denen man aus technischer Sicht auch nichts vorwerfen kann -, letztendlich aber bei näherer Betrachtung irgendwie halbgar bleiben. Das liegt zum Teil wohl daran, dass die technoiden Elemente eben genau das sind: Technoid, geradezu tanzbar – und dadurch auch nicht wirklich steril. Zum Teil mag das auch an den Gitarrenmotiven liegen, die zwar glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt „Old School“ schreien, aber dann doch zu zahm bleiben, um mich wirklich mitzureißen.

Und jetzt kommt die – für mich – ärgerlichste Erkenntnis auf „MachinatioN“: Es gibt mit „Order Of The Baphomet“ und „The Other Side“ zwei Songs, die eindrucksvoll beweisen, wozu BLACKLODGE in der Lage sind – fantastisch steriler und apokalyptischer Drum’n’Bass/Trip Hop, der zur Abwechslung auch mal mit richtig fiesen Gitarren versehen ist. Warum geht das nicht auf Albumlänge?

Insgesamt ist „MachinatioN“ sicher nicht so schlecht wie die letzten Absätze suggerieren könnten – tatsächlich sind BLACKLODGE vermutlich besser als geschätzte 90 Prozent industrialisierter Schwarzmetall-Kapellen. Von so großartigen Scheiben wie VOIDs „Posthuman“, THORNS‘ „Thorns“ oder DHGs „666 International“ sind sie qualitativ aber meilenweit entfernt.

03.06.2012

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