Blessthefall - Hard Feelings

Review

BLESSTHEFALL sind seit Anfang des Jahres stolzes Mitglied der Rise-Records-Familie. Da ein neues Label auch irgendwie ein Grund zum Feiern sein kann, schieben die Amerikaner nur wenige Monate nach Bekanntwerden ihres mittlerweile dritten Plattenvertrags ein neues Album hinterher. „Hard Feelings“ heißt das gute Stück, und irgendwie hofft der versierte Metalcore- oder gar BLESSTHEFALL-Fan noch einmal auf einen Kracher der Sparte „Hollow Bodies“ oder zumindest etwas Frischeres als den etwas in die Jahre gekommenen Standard-BLESSTHEFALL-Sound.

BLESSTHEFALL starten verheißungsvoll

Der Opener – und zugleich zweite Singleauskopplung – „Wishful Sinking“ macht jedenfalls Lust auf das, was noch kommen mag. Ein bisschen proggy, eine Prise Djent, ein bisschen Synthie-Gedudel und ein Ohrwurmrefrain. Kennt man so, wirkt aber als Ganzes schon spannender als das gesamte letzte Album. Die Lust verliert man leider im Laufe der folgenden Tracks wieder, denn mit jedem weiteren Song verlieren sich BLESSTHEFALL ein bisschen mehr in ihrem erprobten, aber altbackenen Sound, und mit altbacken ist primär der inflationäre Einsatz von elektronischem Schnickschnack gemeint, der in 90 Prozent der Fälle schlicht überflüssig – wenn nicht gar kontraproduktiv – ist, da er den „echten“ Instrumenten viel zu häufig die Show stiehlt. Nicht durch Qualität, sondern eher durch Penetranz.

Gegen Mitte des Albums raffen sich die Jungs kurz auf und hauen einen auf „Cutthroat“ mal eben kurz aus den Latschen – bis der Refrain einsetzt. Das gesteigerte Tempo, welches der Song zu Beginn an den Tag legt, hätte sich sicherlich auch gut in den Refrain transferieren lassen. Stattdessen wird hier wieder die Bremse angezogen und die Luft rausgelassen. Danach gibt es auf „Hard Feelings“ bis kurz vor Schluss leider nur noch gewohnte BLESSTHEFALL-Hausmannskost, die zwar handwerklich super gemacht und vor allem astrein produziert ist, aber eben das gewisse Etwas vermissen lässt, das heutzutage notwendig ist, um in einem so breitgetretenen Genre noch für Jubelschreie und/oder verdutzte Gesichter zu sorgen. Lobend erwähnt werden muss allerdings noch das Schlusslicht der Platte, „Welcome Home“. Eine hochmelodische Powermetalcore-Ballade (gibt’s sowas?) ohne Screams, ohne Elektronikgedöns, dafür mit grandiosem Gitarrensolo und generell so weit weg von dem, was man von BLESSTHEFALL erwarten würde. Wenn der Song auch etwas weichgespült ist, stellt er trotzdem den besten Song der Platte dar.

Was funktioniert, ist nicht immer spannend

Zu behaupten, dass BLESSTHEFALL stagnieren, wäre etwas unfair. Von einem zuvor angekündigten „Neustart“ kann allerdings auch nicht die Rede sein. Neue Ideen sind da, werden nur schlicht zu selten gänzlich in die Tat umgesetzt, sondern verstecken sich irgendwo zwischen den Komfortzonen der fünf Jungs aus Scottsdate. Zugegebenermaßen hat diese Komfortzone die Band bekannt gemacht und wird auch diesmal wieder bei den meisten Fans ihren Anklang finden, mehr aber auch nicht. Dafür plätschern die meisten Songs schlicht zu substanzlos vor sich hin.

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31.03.2018

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