Bloody Slave - End Of Prophecy

Review

„We are a young italian metal band, we are looking for a label, this is our first demo.“ So entwaffnend liest man es vom Infoblättchen. Da kann einfach kein Verriss folgen, das Henkersschwert bleibt in der Waffenkammer. Das Demo enthält fünf Songs. „My Profile“ nennt sich das nette, getragene Intro, schwelgende Keys lullen einen gotisch ein, eine sanfte Gitarre spielt eine butterweiche Melodie; früher wäre sowas als Intro vor Melodic Black Metal-Veröffentlichungen gelandet. „Evil And War“, der eigentliche Opener, enthält Gesang der Qualitätsstufe TRIBAL, ALSION oder E-LANE. Man merkt, dass der Drummer sein Handwerk noch nicht allzulange ausübt; selbiges gilt für Gitarristen und Bass, falls überhaupt einer dabei ist. Der Gesang wirkt unausgereift, ungewollt schräg, liegt völlig daneben, das muss den bedauernswerten Jünglingen beim Anhören doch auffallen. Oder haben sie keine Ahnung von Musik? „Mother’s Cry“ macht auf Death Metal, ein simpel gespieltes Riff, Growls, die sehr dünn aus dem Off kommen und die Kinderstimme des Vocalisten bestimmen das Bild.

Es ist amateurhaft, der erste Versuch, anders ist das Dilettieren nicht zu erklären. Wenn sie Geschwindigkeit aufnehmen, bleibt schonmal der Takt auf der Strecke. Tja, nun ist es doch wieder ein Verriss. „Oooohhh“ tönt es schief, schrecklich, gruselig. Über acht Minuten geht dieser Song, der ein nettes Solo aufweist, nicht ganz perfekt DIAMOND HEAD nachgespielt, würde ich mal sagen. Akustikpassage und plüschige Klänge gibts auch; das kennen wir aus Italien, das muss so einfach dabeisein. „The Last Attack“ knüppelt auch nicht gerade, ruhig, atmosphärisch beginnt der Song, langatmig, um dann, mit „One Two Three Four“ nicht allzu effektvoll eingeleitet in einen ruppigen Track überführt zu werden. Das Riff ist von AC/DC „übernommen“, ein Solo trällert, dann der fiese Gesang… Die Struktur des Songs ist ein wenig unübersichtlich. Der Gitarrist könnte in einer anderen Band netten Rock oder Metal machen, mit etwas Übung. Das wars aber auch schon. Ach, hier hört man sogar einen Bass, kurz soliert er, soll heißen, eine Saite wird rhythmisch angeschlagen. „Lady Black“ bildet den Abschluss dieses Meisterwerkes. Achtziger Metal der einfachen Sorte mit Growls, die dann von Powermetal-Vocals abgelöst werden. Diese Mischung klappt ohnehin in den seltensten Fällen. Hier gar nicht. Beides muss noch lange, sehr lange geübt werden. Eine stumpfe Produktion rundet das unscharfe Bild ab. Hier wird ein Stilmischmasch aufgeboten, der nicht die Vielseitigkeit der Band demonstriert, sondern deren Richtungslosigkeit. Ein Holzschwert reicht hier dicke zum Abstrafen. So kann es keinen Deal geben. Sorry, aber ist das wirklich so schlimm?

20.05.2007

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