Bodyfarm - Dreadlord

Review

Galerie mit 11 Bildern: Bodyfarm - Grand Supreme Blood Court + Sinister

Ist „Dreadlord“ eine Art Vermächtnis für Thomas Wouters geworden? Der BODYFARM-Frontmann verstarb bekanntlich Anfang August, der verdammte Krebs war am Ende mal wieder stärker. Und auf dieser vierten Scheibe der niederländischen Deather ist Thomas somit zum letzten Mal zu hören. Doch was uns BODYFARM hier vier Jahre nach „Battle Breed“ um die Ohren pfeffern, zaubert einem angesichts des traurigen Hintergunds dennoch ein fettes Grinsen ins Gesicht, natürlich mit einem weinenden Auge.

Denn bereits nach zwei Sekunden Titeltrack ist einem unmissverständlich klar, „Dreadlord“ ist ein verdammt schweres Pfund. BODYFARM stehen auch anno 2019 für wuchtigen und schnörkellosen Death Metal mit einer feinen melodischen Schlagseite. Das klingt verdächtig nach HYPOCRISY oder GOD DETHRONED, und das tut genau deswegen verdammt gut. Diese Note findet man auch bei „Woods Of Dismay“ oder „Rites Of Damnation“, wobei bei zweitgenanntem auch noch ein cooler Schuss ENTOMBED mit in den Cocktail kommt.

BODYFARM mit einem würdigen Vermächtnis für ihren langjährigen Fronter

HYPOCRISY schimmern auf „Dreadlord“ ganz einfach an verdammt vielen Ecken durch. Und auch wenn Zweifel an den Fähigkeiten von Mr. Tägtgren reinste Blasphemie sind, die von BODYFARM aufgestellte Hürde muss auch er erstmal überspringen. Und bis der gute Peter endlich wieder mit einem neuen Album seiner Stammkapelle um die Ecke biegt, ist das hier weit mehr als nur ein Lückenfüller.

Gemixt von Dan Swanö (Danke für den transparenten und druckvollen Sound!) und mit einem Dan-Seagrave-Cover veredelt, noch Fragen? Natürlich nicht! Wobei, Namedropping hat diese Scheibe eigentlich gar nicht nötig. BODYFARM machen jetzt echt nichts, was man so schon etliche Male gehört hat. Aber sich machen einfach ihr Zeug, und das verdammt gut, Death Metal mit Wucht und Intelligenz.

Seien es nun die herrlich erhabenen NAGLFAR– und UNANIMATED-Anleihen bei „Unholy Resurrection“, die zweistimmigen MAIDEN-Leads in „Undead Warmachine“ oder natürlich die immer wieder eingestreuten düsteren Blast-Parts, das passt ganz einfach alles prima zusammen. BODYFARM hetzen selten, machen aber stetig Druck.

Death Metal mit Wucht und Intelligenz

Dennoch lässt die Qualität im letzten Drittel ganz leicht nach, sonst wäre hier noch mehr drin gewesen. Dieses Schlussdrittel ist nicht mehr ganz so zwingend, aber immer noch richtig gut. Und  wenn man wie der Rezensent meckert, die Scheibe würde nach hinten raus leicht absacken, dann zeigt das ja nur, wie enorm hoch das Niveau davor war.

„Dreadlord“ sollte ja sicher eher kein Vermächtnis werden, geht aber dennoch voll als solches durch. Trotzdem fließt in unsere Bewertung null Mitleid oder ähnliches mit ein, das haben BODYFARM auch überhaupt nicht nötig. Denn die Scheibe ist ganz einfach mit jeder Menge Krachern gespickt, alles fließt und (fast) alles passt. Wer auf satten Death Metal steht und dabei der einen oder anderen Melodei nicht abgeneigt ist, der muss in „Dreadlord“ zumindest mal reinhören, und der wird BODYFARM dann höchstwahrscheinlich mögen.

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18.10.2019

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