Soilwork - Verkligheten

Review

Soundcheck Januar 2019# 2 Galerie mit 18 Bildern: Soilwork auf dem Summer Breeze Open Air 2016

Wenn man sich die umfangreiche Medienbibliothek aus dem Hause SOILWORK betrachtet, ist zu erkennen, dass man es bis dato mit einem mannigfaltigen Sammelsorium an bestechenden Songs zu tun hatte. Mit Alben wie „The Ride Majestic“„Sworn To A Great Divide“, oder „Stabbing The Drama“ setzten sie Zeichen, sorgten aber hier und da auch für Überraschungen. Denn wer glaubte, Melodic Death Metal nach dem beliebten „Schema F“ in den Händen zu halten, den wussten SOILWORK mit wuchtiger, symphonischer Energie zu belehren. Ab 2016 wurde es jedoch ruhiger um die Herrschaften aus dem Norden. Es galt, Kräfte zusammeln, sich neu zu finden, sich vielleicht auch neu zu erfinden. Veränderungen galt es zu verarbeiten. Und so kommt es, dass mit einem neuen Drummer (Bastian Thusgaard) an ihrer Seite nun der langerwartete, neue Release „Verkligheten“ an meiner Seite liegt.

„Verkligheten“: Ein Spiel zwischen den Welten

„Verkligheten“ ist das schwedische Wort für Wirklichkeit. SOILWORK spielen mit diesem Wort. Spielen mit den Welten zwischen unabwendbarer Realität und den diffusen, unwirklichen Momenten dazwischen. Die Stimmung breitet sich direkt mit dem Intro über einen aus. Zieht wie dunkle Nebelschwaden in Form von leichten Keyboard-und Gitarrenklängen über die Köpfe hinweg, die sich neugierig aufrecken, ob dem was noch kommen mag.

Die Neugierde nicht lange auf die Folter gespannt, geht es in „Arrival“ mit wutentbrannter, entfesselter Wucht unvermittelt ans Eingemachte. Blast Beat-geladenes Drumming liefert sich eine verbitterte Hetzjagd mit den immer wieder aufwabernden Melodic-Parts, ufert aus in treibende Gitarrensoli und eine episch, breiten Refrain, den Björn „Speed“ Strid am Mikrofon fast leidend intoniert. Die Schweden zelebrieren damit eine Ankunft, die sich sehen und hören lassen kann.

Die Flucht vor der zupackenden Realität

Mit bitter ausgespuckten, schnellen Lyrics steht „Full Moon Shoals“ repräsentativ für den knallharten, zupackenden Realismus, vor dem eine Flucht unmöglich erscheint. Kanonenschlagartiges Drumplay und thrashiges Gitarrenriffing folgt dir mit raschen Schritten, atmet dir fies in den Nacken.

Mit dagegen eher luftiger, dem Heavy Metal-Sound zugewandter Spielweise sind „Bleeder Dispoiler“ und „The Nurturing Glace“ absolute Anspieltipps auf  „Verkligheten“ und offerieren hier auf beispielhafte Weise die unterschiedlichen Eindrücke und Einflüsse, die SOILWORK dieses Mal durchsickern lassen. Dabei den Melodien unglaublich viel Raum gebend, lassen die Schweden es in Sachen eingängiger Lines ordentlich krachen, schaffen in Perfektion einen ständigen Wechsel zwischen bissiger Härte und fliegend rhythmischer Leichtigkeit.

SOILWORK: Eine Wanderung zurück

SOILWORK ändern sich mit ihrem neuen Rohling nicht komplett, ändern aber dennoch ihren Weg. Einen Weg der zuletzt sehr amerikanisch-groovig gepflastert war. Die Wanderung mit „Verkligheten“ geht zurück zu ihren skandinavischen Death-Wurzeln. Geht zurück zu einer erdigeren, direkteren, fordernden und roheren Musikalität. Dabei vergrößern sie mit der Beimischung von Heavy Metal und Thrash Metal-Elementen ihren Wirkungskreis über den Bereich des Melodic Death Metals hinaus und holen dich ein mit raffinierten Melodien.

„Verkligheten“ ist damit ein eindeutiger Beweis für das Wachstum innerhalb einer Band, die damit einhergehenden Veränderungen anzunehmen, ins Positive zu wandeln und damit greifbarer und ehrlicher zu klingen als je zuvor.

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04.01.2019

It`s all about the he said, she said bullshit.

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Soilwork auf Tour

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27.01.19metal.de präsentiertAmorphis/Soilwork Europa-Co-Headlinetour 2019Amorphis, Soilwork, Jinjer und Nailed To ObscurityMasters Of Rock Café, Zlín
28.01.19metal.de präsentiertAmorphis/Soilwork Europa-Co-Headlinetour 2019Amorphis, Soilwork, Jinjer und Nailed To ObscurityMajestic Music Club, Bratislava
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4 Kommentare zu Soilwork - Verkligheten

  1. Nether sagt:

    „Mit bitter ausgespuckten, schnellen Lyrics steht „Full Moon Shoals“ repräsentativ für den knallharten, zupackenden Realismus, vor dem eine Flucht unmöglich erscheint. Kanonenschlagartiges Drumplay und thrashiges Gitarrenriffing folgt dir mit raschen Schritten, atmet dir fies in den Nacken.“
    Klingt erst mal gut. Dann stellt man fest, dass die oben verlinkte „Halbballade“ gemeint ist und da wohl die 30sekündige Tempoverschärfung anfangs des letzten Lieddrittels.
    Letztendlich zeigt auch Video Nr. 2 aus diesem Album, dass Soilwork anscheinend mittlerweile wesentlich näher an The Night Flight Orchestra sind, als an ihrem eigenen Schaffen.
    Tu ich mir da das ganze Album an? Eine elementare Frage.

  2. azl sagt:

    Hm… Die gehen auch den In-Flames-Weg. Werden immer softer und softer. Irgendwann kommt dann das „Comeback-Album“, wo erstmals wieder Harsh-Vocals zu hören sein werden im ersten Teaser zur ersten Single. Und alle werden ausflippen und sagen „JA, SIE SIND ZURÜCK“. Und dann besteht der Harsh-Vocal-Part in besagter Single aus 10 Sekunden Bridge und alle werden enttäuscht sein. So wird’s kommen.

  3. nili68 sagt:

    Das ist sehr schockierend. Hätte ich bei einer Nuclear Blast-Band nicht erwartet..