Caldwell - Caldwell

Review

Der Blick aufs Albumcover genügt, um den Inhalt von CALDWELLs selbstbetiteltem Erstlingswerk zu erahnen. Unschwer an der Aufmachung des Hauptprotagonisten zu erkennen, handelt es sich hier um Musik, die ganz unter dem Einfluss der Sechzigerjahre steht.

CALDWELL – auf der Suche nach dem perfekten Popsong

Hinter dem Mann mit Pilzkopffrisur und Rüschenhemd verbirgt sich der Musiker Kevan Caldwell, der vorher bei THE PLANCHETTES als Bandleader und Sänger tätig war. Schon in dieser Konstellation drückte er seine Vorliebe für den Sound der Sechzigerjahre in einem eigenwilligen Mix aus Bluesrock, Retro-Garage-Psych und Post-Punk aus. Nach der Pandemie stand dem in New Orleans lebenden Sänger der Sinn nach einem leichteren, fröhlichen und humorvollen Sound und so entstand CALDWELL. Mit dem Ziel den perfekten nostalgischen Popsong zu schreiben, nahm er acht Lieder im Stile der Pop-Psych-Bewegung der späten Sechzigerjahre auf. Die klingen tatsächlich so, als wären sie direkt dieser Epoche entsprungen.

Schon die Wah-Wah-Gitarren im Operner „No Flowers Today“ läuten die psychedelische Richtung des Albums ein. Fröhliche Rhythmen und leichte, zurückgelehnte Melodien, wie in „Lonely Man“ oder „Picturesque Self-Portrait“ unterstreichen den poppigen Charakter des Albums und erinnern vorwiegend an THE BEATLES. Mit den Chören und dem Spinett in „Love Confessions“ greift CALDWELL zu typischen Stilmitteln, die genauso wie sein authentischer Gesang, den originalgetreuen Retro-Sound seines Debüts ausmachen.

Britische und amerikanische Einflüsse

Obwohl die Kompositionen auf „Caldwell“ größtenteils sehr britisch klingen, ließ sich der Künstler offensichtlich auch von Bands jenseits des Atlantiks beeinflussen. Aus der Feder von „THE BYRDS“ könnte das humorvolle „Garden Gnome“ stammen. Eine Spur mehr Richtung Rock bewegt sich „FAE-Tell“ mit Orgeln, die an THE DOORS denken lassen. Auch das verhältnismäßig flotte „Theodore Sullivan“ springt leicht aus der Reihe der sonst eher gemächlichen Tracks.

Die Songs des Debütanten, der alle Instrumente selbst eingespielt hat, sind recht simpel aufgebaut, selten bekommt man einen Tempowechsel oder Ähnliches zu hören. Der Fokus der Musik liegt bei CALDWELL mehr auf einfachen, harmonischen Gesangslinien und Melodien, die wie etwa bei „Reason She Sings“ auf unaufdringliche Weise längere Zeit im Gedächtnis bleiben.

„Caldwell“ – ein netter nostalgischer Ausflug

Das Debüt des Amerikaners ist Liebeserklärung an den psychedelischen Pop und Rock der späten Sechzigerjahre. Den perfekten Popsong hat der Nostalgiker damit vielleicht nicht geschrieben und die Klasse seiner Vorbilder erreicht er damit auch nicht, dennoch legt CALDWELL mit seinem knapp 30-minütigen Erstling ein respektables und angenehm anzuhörendes Werk mit schönem Songwriting vor.

14.05.2024

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