Carnal Ghoul - Back From The Vault

Review

Bei CARNAL GHOUL regiert die alte Schule des Death Metal, darüber lassen weder das Albumcover noch ein Blick auf die Liste der Beteiligten Zweifel offen. Dabei ist es schon bewundernswert, dass „Back From The Vault“ überhaupt noch das Licht der Welt erblickt hat, denn der Grund für die Versammlung einer solch illustren Gästeschar auf einem Album ist eigentlich tragisch.

CARNAL GHOUL gedenken ihrem verstorbenen Mitstreiter

Die Aufnahmen sollten nämlich eigentlich schon 2020 stattfinden; allerdings wurde kurz nachdem das Schlagzeug eingespielt war bei Frontmann Sven „Svensson“ Groß (FLESHCRAWL) Krebs diagnostiziert, welchem der sympathische Szene-Haudegen am 11.06.2021 erlag. Ihm zu Ehren haben sich die restlichen Bandmitglieder in Absprache mit Svens Frau allerdings dazu entschlossen, das Album zu finalisieren und ihrem verstorbenen Freund so ein Denkmal zu setzen.

Unterstützung haben CARNAL GHOUL dabei von nationalen wie internationalen Vertretern der Death-Metal-Sängerschaft erhalten; bei jedem der 11 Tracks gedenkt nämlich ein anderer Gast-Shouter dem gefallenen Weggefährten. Die Liste ist lang; mit Dave Ingram (BENEDICTION, Ex-BOLT THROWER), Lenny Osterhus (ENDSEEKER), Marc Grewe (INSIDIOUS DISEASE, Ex-MORGOTH), Felix Stass (CREMATORY, STASS), Ralf Hauber (REVEL IN FLESH, ROTPIT), David R. Kreft (SOULBURN, GRACELESS), Jost Kleinert (LAY DOWN ROTTEN, DEMONBREED), Leif Jensen (DEW-SCENTED, PHANTOM CORPORATION), der versammelten Mannschaft von NEKROVAULT, Paul Speckmann (MASTER, DEATHSTRIKE) und Martin van Drunen (ASPHYX, ROTTEN CASKET) hat sich hier ein veritables Szene-Who-is-Who versammelt.

Das Grundgerüst bleibt stets ultra-roher Old School Death Metal, den CARNAL GHOUL mal punkig flott, mal in groovendem Midtempo, mal behäbig walzend und stets ordentlich rödelnd runterzocken. Dazu drücken die verschiedenen Shouter den Stücken mal mehr und mal weniger ihren eigenen Stempel auf, einen Dave Ingram („Church Of Dead Eyes“) oder einen Martin van Drunen („To Always Remember“) hört man z. B. sofort raus, was natürlich gewisse Assoziationen zu deren Hauptbands weckt, während man bei anderen schon noch mal nachschauen muss, wer denn da grade eigentlich ins Mikro röhrt.

Ein würdiger Abschied

Letztlich geht es den beteiligten Gästen hier aber auch ganz offenkundig nicht darum sich zu profilieren, sondern eben darum, Sven Groß die letzte Ehre zu erweisen. Herausgekommen ist dabei zwar kein zukünftiger Genre-Klassiker, wohl aber ein überraschend abwechslungsreiches Old-School-Death-Metal-Album, welches trotz der unterschiedlichen Gesangsdarbietungen wie aus einem Guss wirkt und nie den Eindruck erweckt, man habe es hier mit notdürftig zusammengeschustertem Stückwerk zu tun.

Mit „Back From The Vault“ haben CARNAL GHOUL ihrem verstorbenen Freund jedenfalls ein würdiges Denkmal gesetzt, an dem er wohl selbst seine helle Freude gehabt hätte und das sich alle Genre-Fans bedenkenlos ins Regal stellen können. Bleibt noch zu erwähnen, dass sämtliche Erlöse aus den Albumverkäufen an den Verein SAPV Ostalb gespendet werden, der sich während Svens Krankheit um ihn und seine Ehefrau Dany gekümmert hat.

 

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13.05.2022

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

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