Cephalic Carnage - Lucid Interval

Review

Die Bandgeschichte des durchgeknallten Fünfers aus Colorado ist im Grunde eine Chronik aus völlig verstörten Grindcore-Werken in einer Welt aus Jagdfliegergeschwadern, Soldaten in blutigem Handwerk sowie Zuckerlutschern und Schokokeksen. CEPHALIC CARNAGE bringen seit jeher unmöglichste Stimmungen stimmig zusammen und gelten somit zu Recht als eine der abgefahrensten Kapellen dieses Sektors. Und das ist nicht erst seit den letzten Alben so, die im Grundsatz eher noch an Struktur hinzugewonnen haben, während gerade die alten Machwerke von den THC-haltigen Inhaltsstoffen der musikalischen Ideen strotzen. Eine Neuauflage gibt es dahingehend von dem 2002er-Werk der Jungs, das eigentlich als erste Scheibe der Kombo so richtig einschlagen konnte.

“Lucid Interval“ trennt das vorhandene Arsenal an wirren Ideen noch recht scharfsinnig, was bereits in den ersten Minuten auffällt. Nach einem passenden Intro, folgt mit “Fortuitous Oddity“ ein wirklich schon haltloses Prügel-Stück, was bereits nach 44 Sekunden jegliches Pulver verschossen hat, bevor mit “Anthro-Emisis“ der erste richtig lange Rundumschlag anschließt, der typisch zwischen wüstem Death Metal und Grindcore umhertänzelt. Doch ganz so effektlos, so stilsicher können CEPHALIC CARNAGE dann offensichtlich doch nicht agieren und bauen im zweiten Teil des Stücks noch einige ungewohnte Synthie-Effekte ein, die wieder charakteristisch auf die amerikanischen Sickos schließen lässt.

Insgesamt ist dieses Album dennoch noch deutlich stärker im Grindcore- und Gore-Sektor verwurzelt, als es die neueren Werke deutlich machen, die ihrerseits den größeren Wert auf technische Raffinesse und entsprechende Ecken und Kanten legen. “Lucid Interval“ hat trotz kompositorischem Wahnsinn noch eine gewisse straighte Ader, die sich allerdings erst nach vielen Durchläufen herauskristallisiert. Wer dann etwa das Stück mit mehr als klaren 70er Rock und späteren Doom-Anleihen “Black Metal Sabbath“ anhört, der wird mir hinsichtlich des vorherigen Satzes den Vogel zeigen, doch irgendwie passt es in die Platte, es passt zum Humor der Band, es passt schlichtweg zu CEPHALIC CARNAGE.

Auch wenn die Scheibe schließlich zum Teil heftig zerfahren daherkommt, einem die unerklärlichen Späßchen wie der 21-minütige Hidden Track irgendwann zuviel werden und man manchmal mental einfach nicht mehr hinterherkommt, ist “Lucid Interval“ dennoch eine mehr als anspruchsvolle Scheibe, die dem teilweise recht müde gewordenen Grindcore-Genre richtig Leben einhaucht bzw. seinerzeit eingehaucht hat und mit diesem Re-Release wieder einhaucht.

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07.10.2011

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