Circle - Incarnation

Review

Was für eine abgefahrene Story: Die finnischen Eigenbrötler und Avantgardisten CIRCLE – immerhin seit über zwanzig Jahren im Geschäft – sind (und ich habe immer noch Probleme, das ernsthaft zu glauben) laut Auskunft ihres Labels „zu beschäftigt damit, mit ihrem neuen Projekt FALCONS den Bereich des AOR und Soft Rock zu erkunden“ – und geben ihren Bandnamen daher kurzerhand an eine Handvoll Underground-Musiker weiter, damit diese für sie das 27. (!) Full-Length aufnehmen. Gibt’s nicht? Anscheinend doch!

Noch abgefahrener als die Geschichte an sich klingt allerdings das Resultat dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit, welches mir unlängst in Form des Fünf-Track-Albums „Incarnation“ auf den Tisch flatterte: 35 Minuten derbes, chaotisches Gehaue, irgendwo zwischen NASUM, ENTOMBED, DISMEMBER und VOMITORY – dazu meist völlig strukturfrei und mit einem absolut dumpfen Sound ausgestattet, der von der Güte her teilweise sogar noch weit hinter den frühen Veröffentlichungen angesprochener Referenzbands einzustufen ist.

Während unterschwellig mit Hardcore-Anleihen versehene Songs wie das äußerst kurze „Bloodstreams“ und das gelegentlich zäh walzende „Infamy“ noch verhältnismäßig nachvollziehbar gehalten sind, ist der Opener und Titeltrack einfach nur aberwitziges Gelärme zwischen Death und Noise – und das exakt sieben Minuten und einundvierzig Sekunden lang. „Transcending“ wiederum ist ein achteinhalbminütiger Hassbatzen, der am ehesten noch in der Nähe von AMENRA & Konsorten verortet werden kann, dabei aber weder melodisch und rhythmisch schlüssig, noch in sonstiger Art greifbar ist – der Terminus „Soundmatsch mit entrücktem Gekreische“ wäre hier wohl noch die trefflichste Kategorisierung. Etwas stringenter, aber nicht minder skurril kommt das abschließende „Burden“ daher, eine Art Stoner-Psychedelic-Death-Stampfer, der so merkwürdig schräg und daneben klingt, dass es schon wieder cool ist.

Was diese Herren hier abliefern, ist vertonter Wahnsinn, naiver Freigeist und wirklich jenseits von Gut und Böse. Heißt sie willkommen, die JONATHAN MEESEs des Death Metal! Völlig bekloppt, diese Typen. Aber irgendwie auch geil.

Für mutige Leser gibt es eine Hörprobe auf der Soundcloud-Page des Labels.

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17.12.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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