Circle - Hollywood (Re-Issue)

Review

Kaum ein Monat vergeht, ohne dass die Avantgarde-Rocker CIRCLE irgendein Album raushauen. Das eigentlich Bemerkenswerte daran ist – abgesehen von der beeindruckenden Frequenz und der interessanten Frage, ob auf den Platten wirklich immer ein und die selben Musiker am Werk sind (manchmal nämlich nicht) – dass mir bislang noch keine Scheibe der Finnen untergekommen ist, die wirklich grottenschlecht war. Zugegeben: Meist tönen die Herren ein wenig abwechslungsarm und unspektakulär daher, können letztlich aber immer mit einem gewissen Flair und kauzigem Charme punkten.

Bei der hier vorliegenden Platte handelt es sich um das Vinyl-Re-Release des 2008 erschienenen, 32. Studioalbums der Band, für welche CIRCLE mit dem Sänger und Gitarristen Bruce Duff (JESTERS OF DESTINY) zusammenarbeiteten. Bereits im Jahr 2006 veröffentlichte man gemeinsam die EP „Earthworm“, zwei Jahre später fand man sich dann erneut im Studio ein, um gemeinsam“an „Hollywood“ zu werkeln.

Das Resultat bewegt sich irgendwo zwischen Bands wie LED ZEPPELIN, KADAVER und klassischem Heavy Metal der alten Schule – wobei dieser nur gelegentlich in den zehn Kompositionen zutage tritt. Ohnehin besitzen CIRCLE ihre Stärken eher in den introvertierten Space-Rock-Momenten, wenn beispielsweise wie im hypnotischen „Spam Folder“, dem abgedrehten „Coda“ oder im elfminütigen Schlusstrack „Suddenly“ warme und minimalistisch strukturierte Akkordfolgen auf schrullige Sounds und krautiges Flair treffen. Eben letztgenannter Song ist am Ende auch der Höhepunkt der Platte – nicht nur, weil der Track wunderbar eigenwillig und doch sehr zugänglich daherkommt, sondern vor allem, weil er ausgesprochen authentisch wirkt.

Der Opener „Connection“ (der bereits auf der „Earthworm EP“ enthalten ist) sowie das folgende „Mercy And Tuesday“ sind zwar flotter und wesentlich griffiger, können den Hörer aber nicht über die volle Distanz bei der Stange halten. Das ebenfalls von besagter EP entliehene „Earthworm“bietet zwar streckenweise ein erhöhtes Maß an Aggression, wirkt aber einen dennoch einen Tick zu beliebig, oder besser: einfach nicht spannend genug. Da haben Nummern wie das förmlich nach Heavy-Metal-Gründerzeit riechende „Sacrifice“ deutlich mehr Argumente im Gepäck. Wenig aufregend sind das Country-lastige „Hard To Realize“ sowie das viertelstündige (!) „Mad Man“.

Abschließend kann ich nur nochmals wiederholen: CIRCLE können oft überzeugen, bieten aber letztlich einfach zu viel Beliebiges, Unspektakuläres und unzureichend Konsequentes, um mit ihrer Platte auf ganzer Linie zu überzeugen. Man kann sagen: Keine schlechte Scheibe – aber eben auch kein wirklich gute. Jeder, der sich bei Klängen von vor der Jahrtausendwende pudelwohl fühlt und die Herren noch nicht auf dem Zettel hat, sollte die Finnen unbedingt antesten.Wer es nicht tut, verpasst aber auch keine revolutionäre musikalische Leistung.

19.01.2014

"Am Ende isses immer Arbeit."

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