Circle Of Silence - The Blackened Halo

Review

Wer den Heilbronner Fünfer von CIRCLE OF SILENCE kennt, ist sicherlich durch das ordentliche letzte Album „The Supremacy Of Time“ bei ihnen hängen geblieben. Für ihre dritte Platte „The Blackened Halo“ müssen sich jene Fans jedoch auf Neues einstellen, was den kompositorischen Stil, vor allem aber die Soundabmischung angeht. Klang der Vorgänger noch, wie es Kollege Steve in seinem Review beschrieben hat, „oldschoolig“, mit kerniger Gitarre, lautem Bass und zahlreichen Midtemporiffs, steht nun die Klampfe fett und modern im Vordergrund von typischeren Power-Metal-Songs tendenziell höherer Schlagzahl. Auch die reibeisige Stimme von Sänger Nick Keim ist zwar immer noch als solche zu erkennen, prägt die Songs aber nicht mehr so stark wie zuvor. Was einige sicher als einen Rückschritt empfinden, hat in meinen Augen den positiven Effekt, dass Produktion und Songauswahl nun deutlich besser zusammen passen. Hat es sich in „Supremacy Of Time“ stets wie ein Bruch angehört, wenn auf groovige Riffs die charakteristischen, hymnenhaften Refrains gefolgt sind, fügt sich nun alles sauber ineinander und ist trotzdem noch kantig genug, um angenehm unikat zu klingen.

Und im Power-Metal-Genre etwas zu veröffentlichen, dass nicht wie schonmal gehört klingt, ist auf jeden Fall beachtenswert. Natürlich wirken Songs mal klassischer, wie etwa der Opener „Synthetic Sleep“ oder das moshbare „Never Forget“, und mal hardrockiger, wie das AC/DC-lastige „Exception“ oder der mächtige Ohrwurm „21 Grams“. Aber durch die konsequente Vermeidung von Kinderliedmelodien, den oft recht aggressiven Riffs und Nick Keims raue Stimme dauert es länger als gewöhnlich, bis einem Bands einfallen, die da als Vorbild gedient haben können. Zumal die Truppe auch in der Lage ist, auf förmlich jeden Rhythmus, jedes Tempo und jedes Riffschema in den Strophen starke Hymnenrefrain zu schreiben, die nie aufgesetzt wirken und in dennoch auf das nötigste reduziert bleiben. Statt eines Orchesters brauchen CIRCLE OF SILENCE lediglich langgezogene Powerchords, Double Bass und eine unterstützende Gitarrenstimme, um Epik zu erzeugen, was sich in letzter Zeit immer weniger Bands getraut und noch seltener in dieser Qualität hinbekommen haben. Zusammen mit den oft technisch sehr anspruchsvollen Gitarrensoli rundet das „The Blackened Halo“ zu einer wirklich guten Platte ab.

Warum aber es dennoch nicht für höhere Wertungen reicht, liegt zum einen an der großen Konkurrenz des Genres, und zum anderen an der Schwäche im letzten Drittel. Generell kommt es mir so vor, dass die Songs dann am besten sind, wenn sie unter vier Minuten bleiben dürfen, und sich nicht an komplexen Spannungsbögen versuchen. Halbballaden, oder Nummern mit akustischen Einsprengseln, wie „Reflections“ oder das abschließende „The End“, haben zwar auch ihre guten Momente, wirken aber in ihrem Aufbau mitunter zu beliebig. Ich rechne es den Heilbronnern hoch an, dass sie noch Ansprüche haben, die hoch genug sind, um an ihnen zu scheitern, aber da bleibt einfach noch zu viel Luft nach oben übrig. Macht aber nichts: „The Blackened Halo“ ist trotzdem ein starkes drittes Album, mit dem sich die Band dank einigen neuen Ideen hoffentlich einen festen Platz in der Power-Metal-Szene erspielen kann.

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14.04.2011

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