Come Sleep - The Burden Of Ballast

Review

Was tun, wenn abgedrehte Ideen nicht zu den Combos passen, in denen sonst gelärmt wird? Klar, es muss ein neues Projekt aus der Taufe gehoben werden, COME SLEEP nennt es sich und will sich von den „Haupt“-Bands LINGUA und RÖVFITTA der schwedischen Musiker Misha, Thomas, Patrik und Anders musikalisch unterscheiden. Und das neue Version Studio zog sich dieses kleine Juwel nun an Land, um uns hiermit stolz „The Burden Of Ballast“ zu präsentieren.

Hypnotisch, auf einem Basisriff aufbauend, ertönt „Be The End“. Psychedelisch fällt die Leadgitarre ein, das Unheil braut sich zusammen. Sehr gut, dieser postrockartige Beginn. Kraftvolle Shouts untermalen diese düstere Konstruktion, deren stämmige Träger dunkel, dabei durchlässig, nichtsdestotrotz stahlhart aufragen. Die wabernde Monotonie wird in einem schrägen Solo aufgelöst. Monotone Verzweiflung auch in „To Unveil The Sky“. Mit den gleichen Stilmitteln wie im Opener wird durch den anklagenden Gesang, die atmosphärischen Gitarrenvibes, druckvollen Basslinien und die eindringlich hypnotisch hämmernden Drums eine klangliche Nähe zu TRANSMISSION0, CULT OF LUNA, NEUROSIS oder THE MIRIMAR DISASTER deutlich. Und COME SLEEP sind richtig gut, sie können was in diesem Metier, das ist jetzt schon klar. Erstaunlich, wieviel gute Bands dieses Genre derzeit hervorbringt.

„Storm Awaits“ bindet eine Hintergrundklarstimme ins Geschehen ein; ähnlich haben IN FLAMES das mal zuzeiten von „Clayman“ (und auch später) gemacht. Nur dass hier sphärischer, weitausholender, mehr mit Blick auf den in-Trance-versetzenden Rhythmus vorgegangen wird. Man kann sich treiben lassen, nahezu in diese Songs hineinfallen, vom Maelstrom der Hoffnungslosigkeit aufgesogen werden. Dennoch, auch Licht ist vorhanden, wie immer bei solcherart Combos, denn hier wird nicht getrauert um der Luxus-Traurigkeit willen wie etwa im Gothicsektor. Das Leid ist echt, und es ist authentisch umgesetzt, was die Songs viel interessanter macht. Und COME SLEEP sind heavy, bretthart, stählern. „For Sleep“ tönt zunächst sanft, doch ein Akkord wie ein Stromschlag zeigt uns schnell, hier kann noch keine Stabilität einkehren. Dennoch bleibt „For Sleep“ der ruhigste Song bisher. Der dunkle Gesang tönt charismatisch, die Wechselwirkung mit den lauten Vocals wirkt gut ausbalanciert. Man wartet regelrecht auf den Einsatz der heiser shoutenden Stimmlage.

„Crave Change“ bietet uns ein geiles Lick im Songinneren, säbelnd, überraschend. „Never Conquered“ drängt uns wieder gegen die Ziegelwand. Die metallisch-schweren Gitarrengebirge dröhnen, schweben, swingen sich durchs kahle Geäst. Das erinnert an gute CATHEDRAL-Momente. Nur dass hier weit besserer Gesang aufgeboten wird und ein wesentlich transparenterer, fetterer Sound. Das melodische „To This Day; Not A Sound“ entführt uns ins Reich der psychdelischen Träume, wobei es auch eine geniale Instrumentalpassage zu hören gibt, wie wir das von TOOL, NEUROSIS oder CULT OF LUNA kennen, allerdings weitaus zugänglicher, nicht ganz so sperrig. „His Beast Is Done“ könnte auch beinahe aus den Siebzigern sein, heavy-stoned doomen wir taumelnd durch den Song. „By The Unknown“ bildet das Finale eines grandiosen Klumpens erdgebundenen Stahls. Alle, denen obengenannte Bands zusagen, müssen sich das Werk dieser musikalischen Schweden anhören; es lohnt sich.

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07.11.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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