Consequence Of Energy - We Are One

Review

Alle, die mit Alternative Rock aus den 1990ern ihre Freude haben, sollten aufhorchen, wenn der Name COSEQUENCE OF ENERGY fällt. Die Chilenen haben bisher zwar noch keine allzu lange Geschichte zu erzählen und veröffentlichen mit „We Are One“ ihr Debütalbum, dass aber über den Tisch von Produzent Garth Richardson gegangen ist, der unter anderem verantwortlich für das legendäre Debüt von RAGE AGAINST THE MACHINE ist.

CONSEQUENCE OF ENERGY fallen in einem Satz mit Hochkarätern

Kinder der Generation X bekommen spitze Ohren, wenn bereits mit dem Titeltrack die Marschrichtung mit Referenzen zu BUSH, AUDIOSLAVE oder gar BLUR vorgegeben wird. Natürlich klingt der Sound nicht ganz so punkig (Ätzer würden das Wort „verstaubt“ benutzen) wie die genannten Bands zu ihren Hochzeiten und genau das macht „We Are One“ auch für ein jüngeres Publikum interessant. Hier wird viel mit Klängen und Effekten gehandelt, ohne die Songs damit vollzukleistern und letztlich zu deformieren. r

„We Are One“ ist handgemacht und klingt manchmal affektiert

Der Bandname ist vielleicht irreführend, denn das ganz große Power-Brett servieren CONSEQUENCE OF ENERGY nicht. Die filigranen Melodien tragen zur Gesamtatmosphäre der Platte bei, wobei Sänger Michael Bianchi immer wieder mal den Rocker mimt, wenn er die Stimme anzerrt. Das kommt schon cool, auch wenn er sich insgesamt doch klar an Damon Alban (BLUR, GORILLAZ) zu orientieren scheint. „Into The Void“ markiert dann einen Wendepunkt: Aus poppigem Wohlgefallen wird blanke Wut. Davon dürfen CONSEQUENCE OF ENERGY gerne mehr bringen.

Das folgende „Freedom“ passt wunderbar ins Alternative-Klischee-Kistchen, was aber nicht negativ sein muss. Die Band flirtet sogar mit Metalcore und Radiotauglichkeit, was spannend und gleichzeitig zu unausgereift wirkt. Später werden ganz dezente Eletronica eingesetzt, das Riffing greift bisweilen Prog-Elemente auf. Dabei ist „Cosmic Canoe“ wahrscheinlich der Höhepunkt unter den zwölf Liedern.

Musik wird zur Reifeprüfung

Letztlich ist CONSEQUENCE OF ENERGY mit „We Are One“ ein sehr versiertes Album gelungen, was aus künstlerischer Sicht sicherlich auch durchdacht ist. Eine Zielgruppe lässt sich eventuell schwer finden, denn der Adult-Rock wird immer wieder mit harschen Wutausbrüchen, allzu gefallsüchtigen Melodien aufgemischt. Im Ergebnis passt das nicht immer zusammen und die Frage steht im Raum, ob die Band mit ihren reichhaltigen Ideen vielleicht in überschäumender Ambition zu verschwenderisch umgegangen ist.

30.01.2026

Left Hand Path

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