



Seit dem letzten CONVERGE-Album „The Dusk in Us“ sind mittlerweile neun Jahre vergangen. „Bloodmoon: I„ mit CHELSEA WOLFE war 2021 zwar mehr als nur ein Nebenprojekt, aber eben auch nicht die Platte, auf die viele gewartet hatten. „Love Is Not Enough“ klingt nun wieder nach CONVERGE im engeren Sinn: einfach Bannon, Ballou, Newton und Koller.
Die Band hält sich mit 10 Stücken in etwas über 30 Minuten auffällig kurz. Das wirkt zunächst fast unspektakulär, gerade weil CONVERGE in der Vergangenheit gerne mal weiter ausgeholt haben. Kurt Ballou hat das Album, wie gehabt, im eigenen God City Studio aufgenommen und gemischt. So klingt es dann auch nach dem bekannten, rauen, immer leicht sperrigen Trademark-Sound. Man hört Kollers nervöses, trotzdem kontrolliertes Drumming, Newtons Bass wirkt wie eine Klammer im Chaos und Ballous Gitarre, die mal schneidet, mal drückt und manchmal einfach nur kurz hässlich aufflammt.
Nicht nur Abriss und Kontrollverlust
Der Einstieg funktioniert sofort und der Titeltrack prügelt los, ohne lange Stimmung aufzubauen. „Bad Faith“ bleibt sogar erstaunlich gut hängen, was bei CONVERGE nie bedeutet, dass hier etwas auf Eingängigkeit poliert wurde. „Distract And Divide“ ist dann eher die kurze Vollgasnummer, während „To Feel Something“ den ersten richtigen Höhepunkt markiert. Dieser Song hat etwas Fieberhaftes, fast Panisches, das zwar mitreißt, aber nicht angenehm wirkt. „Beyond Repair“ nimmt danach die Luft raus. Als eigenes Stück ist das diskutabel, als Bruchim Spannungsbogen der Platte aber sinnvoll. Danach wird das Album in allen Richtungen breiter. „Amon Amok“ walzt schwerer und dunkler, „Force Meets Presence“ schielt Richtung Thrash, „Gilded Cage“ setzt auf Noise-Rock-Schwere und einen fast sprechenden Bannon. Gerade diese zweite Hälfte macht klar, dass „Love Is Not Enough“ nicht nur eine halbe Stunde Abriss sein will.
Love Is Not Enough – Sie können es noch
Der stärkste Song steht trotzdem fast am Ende: „Make Me Forget You“. CONVERGE schreiben hier einen echten Brecher: melodisch,druckvoll und wuchtig. „We Were Never The Same“ schließt anschließend nicht versöhnlich, sondern wund und offen. „Love Is Not Enough“ ist kein neues „Jane Doe“ und erst recht kein zweites „Petitioning The Empty Sky“. Muss es auch nicht sein. Die Platte setzt keine neue Messlatte für chaotischen Hardcore, aber sie zeigt eine Band, die auch nach 35 Jahren noch Zähne hat, zubeißen kann und genau deshalb funktioniert „Love Is Not Enough“ bestens.

Converge - Love Is Not Enough
Thomas Mahnke
Converge - Converge, Neues Album 2026, Love Is Not Enough, Vinyl, LP [Vinyl LP]































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