Converge - All We Love We Leave Behind

Review

Galerie mit 21 Bildern: Crowbar & Converge - live in Leipzig

Drei Jahre nach ihrem starken Output „Axe To Fall“ legen CONVERGE ihr neues Album vor. „All We Love We Leave Behind“ bietet 14 Songs mit einer Gesamtspielzeit von knapp 40 Minuten. Aufgenommen wurde die Platte von Gitarrist Kurt Ballou in den Godcity Studios in Salem, Massachusetts. Die Entscheidung entpuppt sich als absoluter Glücksfall, denn der Sound der Scheibe kann mit Unmittelbarkeit und Organik punkten und scheint den Songs der vier Herrschaften aus Boston perfekt auf den Leib geschneidert. Auf dem Album ist zudem erstmals seit langer Zeit kein einziger Gastmusiker zu hören, laut Band wollte man sich darauf konzentrieren, die musikalischen Visionen möglichst ungefiltert auf Platte zu bannen.

Der Opener „Aimless Arrow“ beginnt mit hektischen Drums und einem wirrem Gitarrenriff, welches in dieser Form auch auf einer MASTODON-Scheibe hätte Platz finden können. In der Folge kommt mit dezent-melodiöser Gitarrenarbeit und dem heißeren Gesang von Frontmann Jacob Bannon zunehmend Struktur in die Angelegenheit. Gegen Ende des Songs treten dann die Hardcore-Wurzeln des Quartetts etwas deutlicher zutage, vor allem gesanglich geht es nun aggressiver zu Werke. Der zweite Track „Trespasses“ legt dann noch einmal eine Schippe drauf und knallt zu Beginn mit einem Monster-Riff und treibender Double Bass aus den Boxen. Die Nummer pendelt im Anschluss immer wieder zwischen Death-Metal- und Hardcore-Gefilden und transportiert eine schier unglaubliche Intensität. Was für ein Brett!

Nach dem energiegeladenen Auftakt wird es dann bei „Tender Abuse“ und dem Beginn von „Sadness Comes Home“ etwas düsterer und schleppender. Viel Zeit zur Erholung bleibt aber nicht, denn letzterer Song rüttelt den Hörer nach zähem Auftakt wieder ordentlich durch. Das anderthalbminütige „Sparrow’s Fall“ glänzt anschließend mit irrwitzigem Schlagzeugspiel, im zähen „Glacial Pace“ brilliert Saitenhexer Ballou mit wunderbar dissonanter Melodiearbeit und das atmosphärische „Coral Blue“ überrascht mit ungewohnt eingängigem Refrain. Insgesamt legt die zweite Hälfte von „All We Love We Leave Behind“ den Fokus etwas mehr auf Melodie, Songs wie „Precipice“ oder der Titeltrack sind nicht ganz so schroff und erbarmungslos wie die ersten Nummern.

„All We Love We Leave Behind“ ist am Ende ein richtig gutes CONVERGE-Album geworden und beweist erneut, warum diese Band solch einen Einfluss in der Szene hat. Auf der einen Seite bietet die Scheibe nach wie vor die typischen Trademarks der Band, wirkt andererseits aber auch kreativ und frisch – für eine Band mit einer über 20-jährigen Geschichte keine Selbstverständlichkeit. Das Album wird in keinem Jahresrückblick fehlen, so viel ist sicher. Ob es zum Album des Jahres reicht, wird sich zeigen. Aber auch unabhängig davon ist „All We Love We Leave Behind“ einfach eine bärenstarke Scheibe.

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30.10.2012

"Am Ende isses immer Arbeit."

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1 Kommentar zu Converge - All We Love We Leave Behind

  1. Matthias sagt:

    Musikalisch fand ich CONVERGE immer OK bis gut, das eintönige Gekeife des Sängers nervt mich aber auch hier mal wieder nach spätestens vier Songs…