Courageous - Inertia

Review

Sag bloß, es besteht endlich mal wieder die Möglichkeit, dass eine Band aus dem Ballungsraum Frankfurt größer herauskommt, und nicht den jährlichen Gig in der heimischen Batschkapp als Highlight verbuchen muss.
Auf ihrem Weg in überregionale Gefilde haben die Langener Jungs von COURAGEOUS nämlich alles richtig gemacht, wie man am nun ergatterten Deal sehen kann. Die zwei selbst finanzierten Scheiben „Listen“ (1999) und „Remember“ (2002) machten den Anfang. Dazu tourte man geduldig die heimische Gegend ab und ergatterte mit Glück auch mal den absolut richtigen Support-Slot. So verhalf ihnen z.B. letztes Jahr eine krankheitsbedingte Absage von ARCH ENEMY dazu, in der Kapp für NEVERMORE zu eröffnen. Kein Wunder, dass man dort mehr als bestehen konnte, denn COURAGEOUS liegen musikalisch äußerst nah an Seattle’s Finest. Progressiver Power-Thrash, der nicht direkt beim ersten Kontakt seine volle Pracht entfaltet. Hypnotische Melodielinien („Together As One“) oder sehr Loomis-lastige Griffbrettflitzereien („Tear Off My Mask“) begutachten den Gehörgang erst aus sicherer Entfernung, umkreisen die ahnungslose Beute ein bis zwei Mal und packen dann erst nachhaltig zu.
Neben NEVERMORE-Fans dürfen aber auch ruhig Leute, die eher auf MACHINE HEAD stehen, „Inertia“ antesten. Die Gitarrenabteilung um Gerd Lücking und Oliver Lohmann haut nicht selten an diese Neo-Thrash-Ikone angelehnte Riffs raus („Invisible Enemy“, „But My Freedom“). Groove meets Prog-Stuff sozusagen. In den meisten Fällen geht diese Mischung wunderbar auf, auch wenn hier und da kleinere Ausfälle zu verzeichnen sind. Grund dafür sind mitunter die Vocals von Chris Staubach. Im Prinzip ähnlich facettenreich, geht ihnen im direkten Vergleich leider das höllisch Markante eines Warrel Dane ab. Dadurch werden COURAGEOUS zwar auf der einen Seite etwas eingängiger, auf der anderen aber auch ein wenig austauschbarer.
Unterm Strich stellt „Inertia“ also ein gelungenes, offizielles Debüt dar, das zwar noch nicht den ganz großen Wurf markiert, aber zumindest eine unübersehbare (gibt es das Wort „unüberriechbar“?) Duftmarke setzt. Deswegen verwette ich meinen Arsch auf diese Hessen als durchgängigen Support der nächsten NEVERMORE-Tour.

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17.11.2004

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