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Cubric - Halo

Review

„Halo“ ist das Debütalbum der deutschen (Progressive-)Rock-Band CUBRIC. Ob die Band sich das Attribut progressiv wirklich verdient, da bin ich mir nicht so sicher – dazu aber später mehr. Das Album veröffentlichte die Band, die momentan keinen Vertrag hat, in Eigenregie.

Immerhin eine alte Bekannte ist bei CUBRIC dabei, Anja Bräutigam, die mit ihrer charmanten Stimme auch bei HIDDEN TIMBRE hinter dem Mikro steht. Dass jene sich aufs Singen gut versteht und eine angenehme Stimme hat, habe ich also an anderer Stelle schon bemerken dürfen. Bei CUBRIC verhält sich das natürlich nicht anders – dennoch: Anjas Leistung auf dieser Platte lässt zu wünschen übrig. Das Problem ist, dass alles zu schlicht, zu glattgebügelt und zu berechenbar wirkt. Das passt auf die Gesangsspuren und ist problemlos auf das gesamte Album übertragbar. Das ist schade, denn man hört der Band einerseits an, dass sie weiß, was sie da tut, andererseits auch, dass sie mit Engagement dabei ist. Technisch gibts also nicht viel zu meckern: Die Songs sind sauber eingespielt, die Produktion stimmt soweit.
Leider ist die Platte trotz allem in erster Linie eines: belanglos. Die Songs plätschern eher vor sich hin, stellen sich selbst in den Hintergrund und könnten auch gut im Radio laufen, in der Pop-Rock-Schiene. Die Kompositionen sind zwar stellenweise ziemlich komplex, und die Songs decken auch die Bandbreite zwischen verträumter Ruhe und aggressiver Verzweiflung an, doch sind sie – und das durchgehend – einfach zu glatt, haben weder Ecken, noch Kanten. Die Songs sind dermaßen glatt, dass der Zuhörer unweigerlich an ihnen abrutscht, da sie dem Ohr überhaupt keinen Halt bieten. Genau dadurch plätschert „Halo“ leider nur im Hintergrund vor sich hin und geht somit im Sumpf der Veröffentlichungen unter.

„Mit Bands wie PORCUPINE TREE, INCUBUS, TOOL verbindet CUBRIC die Fähigkeit, eingängige Songs zu schreiben, ohne ihre Leidenschaft für komplexen, vielschichtigen Rock zügeln zu müssen“, schreibt die Band zwar von sich selbst, das ist allerdings leider allenfalls ein schlechter Scherz – auch wenn man den Songs ab und an schon anhört, dass das die Richtung ist, in die sie zielen. Dennoch: CUBRIC wissen, wie bereits erwähnt, was sie tun; ihre Musik ist technisch absolut sauber eingespielt und bietet nicht viel Fläche für Kritik, darüber hinaus hat die Band, trotz allen vorigen Meckerns über Belanglosigkeit, ihre Momente, in denen die Songs wirklich gut sind. Um das zu konstatieren muss man sich, auch wenn das Album anfangs nicht wirklich dazu animiert, darauf einlassen – hinter der poppigen Oberfläche verbergen sich dann teilweise richtig gute Gitarrenläufe und interessante Songstrukturen. Trotz der scharfen Kritik attestiere ich CUBRIC an dieser Stelle ein hohes Potenzial und appelliere gleichsam: spielt noch vertrackter und progressiver! Das mag zwar die Massentauglichkeit stark einschränken, wäre für die Musik aber ein wirklicher Gewinn.

20.03.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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