Deathevokation - The Chalice Of Ages

Review

Den guten alten Zeiten trauert man bekanntlich immer wieder gerne hinterher, so auch einige dem Death Metal der alten Schule, der nach DEATHEVOKATIONs Meinung „Metal, Einigkeit, Bier, Headbangen und Freundschaft“ verkörpert hat. Nun aber kommen mit der Zeit die bösen modernen Trends, die diesen schönen Gefühle und Erinnerungen alle kaputtmachen wollen, und dagegen müsse man etwas tun, dachte sich Götz Vogelsang, seines Zeichens deutscher Wahlkalifornier, der dort im Exil eine Death-Metal-Band gegründet hat, um Musik „from fans, for fans“ zu machen. Gruppen wie DEMIGOD, ASPHYX, BOLTTHROWER und UNLEASHED zieht die Presseinfo passenderweise als Vergleiche hinzu, denn hier wird ausschließlich Altschultodesblei gespielt.

Betrachtet man die einzelnen Lieder, machen DEATHEVOKATION ihre Sache recht gut. Natürlich wird hier auf allzu brutales Geblaste (laut DEATHEVOKATION Teil der modernen Trends) verzichtet, Nackenbrecherbreaks findet man auch sehr selten und die Produktion entspricht sicherlich nicht dem, was man im neuen Jahrtausend aus Death Metal hätte herausholen können – ist aber schließlich auch alte Schule hier. Über das ganze Album gesehen gestaltet sich die Sache jedoch ein klein wenig problematischer. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Abwechslung, aber wenn über die Hälfte der Lieder mit einem mindestens halbminütigen Intro daherkommen, viele dann auch mit eigenem Abspann, droht die Spannung flöten zu gehen. Außerdem sind eindeutig zu viele Stücke auf der Platte, die normalerweise nur als Angel- oder Zielpunkte eines Albums fungieren: Monumentale, fast epische und stimmungsgeladene Lieder sollten nicht zu zweit hintereinander in die Mitte der Scheibe und dann noch mal eins an den Schluss gesetzt werden. Außerdem werden ein paar Themen in gleich mehreren Stücken verwendet. Wahrscheinlich passiert das absichtlich und steht somit unter „motivischer Arbeit“, allerdings verlieren die Stücke dadurch an Individualität und reihen sich alle zusammen – Durchhänger vorprogrammiert. Dass der gute Herr Vogelsang dann noch dauernd die selbe Grunz-Stimmlage verwendet, trägt auch dazu bei, „The Chalice Of Ages“ als Gesamtwerk zu einem eher zähen Hörerlebnis zu machen.

Wer sich ein bisschen an alte Zeiten zurückerinnern will, dem kann DEATHEVOKATIONs Erstling gefallen, denn er fängt sicherlich einiges von der Stimmung des alten Death Metal auf. Fraglich bleibt aber, ob man dafür nicht einfach die Originale auflegen könnte.

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24.07.2007

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1 Kommentar zu Deathevokation - The Chalice Of Ages

  1. indy w. sagt:

    Das hier ist eine verdammt feine Scheibe. Gerade in Zeiten des Deathcore, Metalcore, Crabcore, Fishcore, Pommescore und Corecore-Zeugs ist so ein Blick zurück mehr als erfrischend. Die Songs müssen nicht gehört, sondern erforscht und genossen werden. Was ich aber kritisieren, ist, dass teilweise einfach zuviel Text in die Songs gepackt wurde. Manchmal wünscht man sich wirklich, der Sänger würde auch mal die Klappe halten. Ansonsten aber eine gelungene Huldigung an die alte Schule.

    8/10