Dee Snider - Leave a Scar

Review

DEE SNIDER ist nicht mehr nur der Name eines Musikers, sondern der Name einer Band. Gallionsfigur ist natürlich der ehemalige TWISTED SISTER-Frontmann, der mit dem neuen Album „Leave a Scar“ dazu aufruft, einen bleibenden Eindruck, eine Narbe, in der Welt zu hinterlassen. Dabei entsteht ein emotionales Metal-Manifest, das überraschend hart und modern geworden ist.

„Das Album ist sehr aggressiv und kraftvoll“, erklärt Dee Snider in unserem Interview. Geschrieben hat er es gemeinsam mit Gitarrist Charlie Bellmore (KINGDOM OF SORROW) und HATEBREED-Frontmann Jamey Jasta, der das Album auch produziert hat. Tatsächlich lassen sich einige Hardcore-Spuren in der Musik und im Sound finden, was sich aber positiv auswirkt. „Leave a Scar“ geht ordentlich nach vorne, klingt modern und abwechslungsreich.

„Leave a Scar“ klingt modern und abwechslungsreich

Bereits der Opener „I Gotta Rock (Again)“ lässt erahnen, dass es sich hierbei nicht um das Alterswerk eines in die Jahre gekommenen Rockstars handelt. Viele Tempowechsel, rasante Soli, eingängige Riffs und ordentlich Punch hinterm Schlagzeug zeigen an, dass die etwas jüngeren Herren an den Instrumenten keine schmückenden Begleitmusiker sind. Wie eingangs erwähnt, ist die Mannschaft hinter DEE SNIDER zu einer richtigen Band geworden. Hörte man „For the Love of Metal“ noch an, dass viele verschiedene Hände am Werk waren, wirkt „Leave a Scar“ mehr wie aus einem Guss.

Abwechslung ist dennoch gegeben. Neben flotten Krachern wie dem Opener ist auch noch Platz für einfühlsame Hymnen wie „Silent Battles“. Die Songs sind dabei stets eingängig und einprägsam. Dennoch ist das Album nicht nur kurzweiliger Spaß, sondern ein echter Grower, bei dem es auch nach mehreren Durchläufen immer noch etwas zu entdecken gibt.

„Leave a Scar“ verfügt über viel positive Energie. „Ich möchte andere dazu inspirieren, dass sie sich nicht damit zufriedengeben, einfach nur zu existieren, sondern dass sie ihre Stimmen erheben und etwas bewirken“, erklärt Dee dazu. Der Sänger bezieht dies offenbar auch auf sich selbst. Denn viele der Songs auf dem Album machen Mut, spenden Trost und öffnen auch in schweren Zeiten den Raum für zaghafte Hoffnung.

DEE SNIDER will inspirieren

„Ich realisierte, dass ich eine Reichweite habe, eine Stimme, die der größte Teil der Leute nicht hat“, erklärt Dee, warum er gerade in Zeiten der Pandemie und politischer Unruhen etwas zu sagen hat. Mit dieser Band in seinem Rücken verfügt der Sänger über die musikalischen Voraussetzungen, um seine Botschaft zeitgemäß und kraftvoll zu verbreiten. Die Lyrics mögen einigen zu kitschig sein, aber sie werden authentisch und emotional vorgetragen.

„Leave a Scar“ ist ein bemerkenswertes Album geworden. Es wäre für Dee Snider ein leichtes gewesen, einige alte Weggefährten zu versammeln und ein charmantes aber letztlich belangloses Spätwerk aufzunehmen, wie es sie zuhauf von Rock- und Metal-Veteranen gibt. Das Wagnis, sich mit einigen frischen Köpfen zusammenzutun und auf deren Ideen einzulassen, hat sich jedoch absolut gelohnt. Den neuen Langspieler sollten nicht nur alte Fans auf dem Zettel haben, sondern alle, die Bock auf ein starkes modernes Metal-Album haben.

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23.07.2021

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