Demilich - Nespithe

Review

Als die finnischen Death-Metaller DEMILICH vor gut 20 Jahren ihr erstes und einziges Album „Nespithe“ rausbrachten, hatten sie damit ein in jeder Hinsicht bemerkenswertes und einzigartiges Werk veröffentlicht. Das Cover der ursprünglichen Auflage ist natürlich unfassbar comichaft überspitzt (oder je nach Ansicht unbeholfen), und die Songtitel sind teilweise länger als die Songs selbst, aber was das Quartett musikalisch rausgehauen hatte, war doch ganz weit draußen. Als die Death-Metal-Welt sich damals schon fast in Auflösung befand, gingen die Finnen mit einem unerhört technischen Album an den Start.

Da gibt es auf „Nespithe“ ständig Tempowechsel, an jeder Ecke ein neues Gitarrenriff sowie zwei Gitarristen, die die herkömmliche Aufteilung in Lead- und Rhythmusgitarre einfach mal außer acht lassen. Da wird auf der Gitarre gesägt, gerifft, variiert – und dann gibt es hin und wieder ein Gitarrensolo. Technisch halt. Und in all seiner Uneingängigkeit doch erstaunlich schmissig.

Bemerkenswert an DEMILICHs Musik ist aber nicht zuletzt der gurgelnde Grunzgesang von Frontmann Antti Bomann (mittlerweile bei WINTERWOLF und JESS AND THE ANCIENT ONES). Tiefer geht es ohne technische Hilfe nicht, und nicht zu Unrecht gibt es im Booklet von „Nespithe“ den Hinweis „Absolutely no effects were used on the vocals in any way“. Zugegeben, jemand wie Mika Luttinen konnte das Gegurgel schon damals nicht überzeugen, wie er einmal spöttisch in einem Interview bemerkte, aber seither sind sie auch unerreicht.

„Nespithe“ ist also ein Album, das auch heute noch ziemlich allein auf weiter Flur steht – vielleicht nicht durch die gezeigten technischen Fertigkeiten (mittlerweile gibt es Hunderte Bands, die noch technischer agieren), aber durch sein Gesamtpaket. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, wenn „Nespithe“ dieser Tage durch MDD / Xtreem wieder einmal eine Neuauflage spendiert bekommt: Ursprünglich über das zeitweise recht angesagte amerikanische Kleinlabel Necropolis Records veröffentlicht, folgt die Aufmachung den späteren Re-Releases: Inklusive einem anderen, geringfügig weniger comichaften Coverartwork sowie den Tracks des zweiten (von vier) DEMILICH-Demos „The Four Instructive Tales… Of Decomposition“. Die gehen stilistisch in eine ganz ähnliche Richtung und haben einen vergleichsweise brauchbaren, wenngleich etwas dumpfen Sound. Ergo: Eine lohnenswerte Neuauflage eines absoluten Undergroundklassikers, und somit nicht nur für Nostalgiker essenziell.

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15.11.2013

- Dreaming in Red -

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