Deranged - The Redlight Murder Case

Review

Von den Mühlen der Industrie zu Knochenmehl zermalmt, im eigenen Sud weich gekocht – viele ihrer Kollegen wurden vom Zahn der Zeit dahingerafft. Auch nach mehr als fünfzehn Jahren befinden sich die Mörderschweden von DERANGED auf Kurs und hinterlassen ihre Blutspuren, landauf wie landab. Mit „The Redlight Murder Case“ legen sie nun ihr siebtes Album vor. Wer Revolutionäres oder Subversives von dieser Band erwartet, muss enttäuscht werden. Ihre Auslegung von Brutalität und Inhumanität dürfte längst bekannt sein. Da hat es keinen Platz für Experimente oder Horizonterweiterungen.

DERANGED bieten Stücke mit bewährtem Schneid, doch fällt zuweilen auf, wie sehr sie sich ähneln und wie sehr sie denen des vorigen Albums ähneln. Sie mühen sich nach einem zweiten „Rated X“, doch es wirkt, als imitierten sie sich selbst. Dennoch: Eigenständig ist das hier allemal und ihr Sound unverwechselbar.

Die Mittel zum Zweck: tiefste, knarzige Gitarren, gnadenloses Pappkarton-Schlagzeug, ein fies drückender Bass und ein breiter, verzerrter Groll-Gesang. Sie grasen ihre altgedienten Gefilde ab – die rasende Dampfwalze findet sich ebenso wie die manisch groovende Nervenprobe und der vor Höllendrive prustende Wutklumpen. Selten lösen sie die Handbremse, legen dem Ringen um Komplexität und Schnelligkeit ein Keil vor und setzen stattdessen auf einen stetigen Wechsel im Rhythmus. Auch wenn sie sehr rhythmisch zu Werke gehen, immer der vordergründigen Idee folgend, darbt ein Großteil der Songs an Eindimensionalität. Wenn mal eine sublime Melodie auftaucht, dann ist sie uninteressant und dreht sich nur um die eigene Achse. Sie paaren Inhaltsleere mit dem Gestus der Durchschlagkraft. Und genau darauf kommt es hier an; genau das ist es, wofür wir DERANGED so schätzen. Stücke wie das druckvolle „Redlight Murderess“ und die tödliche Patrone „So Sweet, So Dead“ sind bitterböse Manifeste, bei denen man nur hoffen kann, dass sie einem nur den Dreck aus den Lauschern fräsen. Mehr braucht es zur kompromisslosen Death-Metal-Vollwaschung nicht. Schlicht: That’s it!

11.02.2008

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