Detonation - An Epic Defiance

Review

Halt! Erbarmen! Ich bin pappsatt, meine Herschaften! – Nach Dutzenden Tellern Death/Thrash in wenigen Monaten dürfte ich nicht der Einzige sein, der sich an diesem einst köstlichen Leckerhäppchen gründlich den Magen verdorben hat. Die Designer der immer neuen Produkte geben sich aber auch hier wieder alle Mühe, den durchschnittlichen Schmu zur trendgeraden Delikatesse zu „veredeln“, wie es in Designer-Kreisen hämisch heißt. Ja, und schmecken tut das ganze natürlich auch recht zuckrig: Noch vor dem obligatorisch gähnend (ver-) stimmungsfördernden Intro lässt das natürlich mindestens ebenso unabkömmliche Sundin-Artwork die Zielrichtung Markttauglichkeit erkennen. Ganz und gar fett und steril unterfordert dann die Produktion das Ohr des Konsumenten, das reichlich eingelassene Aroma aus den zuverlässigen Fläschchen „Death/Thrash“ und „Göteborg“ (seinerzeit nach der „Whoracle“-Produktion von IN FLAMES ausgemustert und unbewacht stehen gelassen) mundet dem Endverbraucher natürlich wie immer – bis man es dann geschluckt hat. Und dann? Mit Nährwert und Fettgehalt einer Ja!-Schmelzkäse-Zubereitung hastet das dürftige Material durch seinen Auftrag, irgendwie Wiedererkennungswert zu erzeugen, bleibt in diesem Bemühen allerdings weitestgehend auf der Strecke. Genau wie ein Ester aus Buttersäure und Alkohol auf magische Weise schmacko Pfirsicharoma abwirft, ergibt die Synthese aus einigen künstlich aufgewerteten Ingredienzien wie Highspeed-Drums, melodischem Schweden-Harmonie-Riffing plus obligatorischen Atempausen eine geschmacklich einwandfreie Ware, die sich problemlos mit anderen Artikeln ihrer Geschmacksrichtung messen kann. Etwa eine Viertelstunde nach Erstverzehr jedoch stellt sich dieses (sehr wohl beabsichtigte) Hunger-Gefühl ein, das einen schon wieder unbefriedigt durch die überfüllte Angebotspalette streifen lässt. Und so darf die altkluge Sentenz eines jeden Doktors über 60 einmal mehr Gehör finden: Lieber mal wieder zu wirklich Ballaststoffreichem mit Biss und Substanz greifen (selbst wenn es ausnahmsweise vielleicht schon mal seit mehr als sechs Monaten auf dem Markt ist), als sich an jenen kaum sättigenden Gaumenschmeicheleien der Absatzindustrie Magen und Abwehrkräfte zu ruinieren. – Die großangelegte Überfütterung mit immer ein und dem selben Massenfraß, und sei es noch so perfekt gestaltet, ist auf die Dauer einfach nur zum Erbrechen! Traurige Konsequenz für dieses Produkt: Höchststrafe, schlagzeilenlose 5/10 Punkte.

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06.09.2003

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2 Kommentare zu Detonation - An Epic Defiance

  1. Anonymous sagt:

    Zusammen mit Kalmahs "Swampsong" ist "An Epic Defiance" das Highligth dieses Jahres in Sachen Melodic Death Metal. Ganz GROSS!!!

    10/10
  2. imperat0r sagt:

    Wenn HIM keinen Bock mehr auf Melodic Death hat soll er was anderes reviewen. Etwas mehr Objektivität bitte. Die CD ist klasse, hart und melodisch, so wie es sein sollte im melo dm. Auf jeden Fall antesten!

    9/10