DFP - Promiscuous Demon Stories

Review

Ein prähistorischer Säbelzahn-Tiger? Vielleicht noch mit einem Didgeridoo vor die Stimmlappen geschnallt? Oder jemand spielt auf einem Nilpferd Flöte? Oder auch nur ein stimmtrainierter Schornsteinfeger, der den Kamin frei schreit? – Nein, es ist der Sänger der niedersächsischen DFP. Und nein, diese drei Buchstaben bezeichnen keinen linken Flügel der Grauen Panther mit einem geringfügig cholerischen Fraktionsvorsitzenden am Rednerpult, sondern ein Uelzener Tot-kaputt-und-Blei-Quartett, dessen Initialien wohl den leicht schülerbandlichen Taufnamen „Deathmetal Fun Projekt“ etwas bemänteln soll… denn dieser täuscht ob seiner Biederkeit etwas über das gebotene Sperrfeuer an brachialer Ballergewalt hinweg! Von vorne bis hinten reichen DFP zu ihrer selbstproduzierten zweiten Brotzeit ein tüchtiges Brett an mit pfundweise rohem Gitarren-Fleisch, saftiger Vokal-Galle und einem satten Bassmonster-Brägen; beim Verdauen spürt man die bleiernen Kugeln der Drums an die Magenwand bollern. Aber so archaisch diese Leckerei auf den ersten Blick anmuten mag – sie wirkt auf Dauer etwas fad. Die wirklich spektakulären Ideen suche ich mit der Lupe, die Geschwindigkeit (als gemeinhin beliebte Kompensationsmöglichkeit von Kreativitätsmangel) hält sich auch in Midtempo-Grenzen – allerdings zum Segen des erbarmungslosen Grooves, der einem gerade bei aufgerissenen Brüllmöbeln Knie, Kopf und Kettenhemd zwangsverbiegt. Ausgesprochen stark bleiben „Little Myra“ und vor allem „The More Pain You Get“ mit seinem semi-melodischen Chorus in den Knochen hängen. Ferner entwickelt der unausbleiblich auffallende einzige deutschsprachige Song „Toilette“ schon nach kurzer Zeit ob seiner debilen Refrain-Zeile („Tooooh! Läätteee!“) Alkohol-Comedy-Charakter. Einziges unnötiges Ärgernis stellt – wie so oft – ein ungenießbarer Remix am Ende der Platte dar, in diesem Fall eine unschöne Bearbeitug von „Moon Under Water“, die sich in ihrer vollen Länge von über 10 min durch ungewohnte Monotonie und elektronisches Dauerstampfen vom Rest der Songs unterscheidet. Ansonsten gibt’s hier wirklich daumendicken Death älteren Jahrgangs zu bestaunen, verleimt mit einem jener ganz fiesen Vocals, so dass der Hartwurst-Gemeinde wenigstens ein Antesten auf der Homepage dieses Krawall-Kollektivs (s. Dark Portal) ans Herz gelegt sei!

10.09.2002

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1 Kommentar zu DFP - Promiscuous Demon Stories

  1. Anonymus sagt:

    Was muß man sich einwerfen, um sowas wie die ersten viel Sätze dieses Reviews zu verbrechen ??? Ich will auch was davon… Achja, die Musik ist auch gut…

    8/10