
Als DRAGONLAND nach elfjähriger Funkstille 2022 mit „The Power Of The Nightstar“ zurückkamen, war die Freude groß, denn die alten Alben der schwedischen Power-Metal-Band sind kleine Geheimtipps. Dennoch überzeugte die Platte nicht vollends, da sie zu vollgestopft und sperrig war. Nun muss die Band den Ausstieg von Olof Mörck verkraften, dem die Doppelbelastung neben AMARANTHE zu viel geworden ist. Mit „Prophecies“ hat die Gruppe ein Album fertiggestellt, das alle ihre Phasen verbinden und zugleich neue Akzente setzen soll.
DRAGONLAND schauen in die Vergangenheit und Zukunft
Da DRAGONLAND auf „Prophecies“ keine cineastische Geschichte erzählen, bleibt man vom langatmigen Gefasel und Ambientgedöns des Vorgängers verschont. Der Opener „The Prophecy Unfolds“ ist ein richtig schöner Uptempo-Track, der sich direkt in den Gehörgang fräst. „The Perfumed Jungles Of Chrysantion“ riecht vermutlich gut, versprüht mit seinen 80er-Synths aber auch einen feinen Retro-Vibe. Die Bandhymne „Dragonland“ stampft mit den Keyboards als zweiter Gitarre ebenfalls ordentlich vor sich hin.
Die Halbballade „Light Of The Sunset“ punktet mit einem Piano-Einstieg, während „Glory And Gold“ den symphonischen Anteil der Musik weiter ausbaut und zwischendurch leicht angeproggtes Riffing liefert. Sänger Jonas Heidgert macht dabei durchweg eine gute Figur und klingt wie Mr. Baffo von NANOWAR OF STEEL, wenn dieser mal fünf Minuten ernst bleiben könnte.
Zum Ende gibt „Prophecies“ mit „A Distant Memory“ und „The Call Of The Wild“ noch einmal Gas und verortet sich irgendwo zwischen TWILIGHT FORCE und RHAPSODY OF FIRE. Die versprochene Abwechslung ist definitiv gegeben. Obwohl die Platte mit 55 Minuten nur wenig kürzer als ihr Vorgänger ist, fühlt sie sich weniger langatmig an.
„Prophecies“ ist stringenter als sein Vorgänger
Obwohl „Prophecies“ viele Facetten vereint, ist das Album stringenter und geradliniger als sein zerfasert wirkender Vorgänger. Mit den Glanztaten von vor mehr als 15 Jahren kann es zwar nicht mithalten, doch es ist ein Schritt in die richtige Richtung und beweist, dass DRAGONLAND auch ohne prominenten Gitarristen gute Alben machen können.

Jannik Kleemann































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