
„Ich werde nicht länger hinnehmen, dass mir jemand vorschreibt, was ich tun soll.“ Mit diesen Worten eröffnet ERANG den kurzen Begleittext zu seinem neuen Album „Medieval Noir“. Wie der Titel schon vermuten lässt, finden sich darauf unter anderem mittelalterliche Einflüsse in synthetischer Form. Die passen natürlich ins Dungeon-Synth-Genre wie die Faust aufs Auge, doch auch abseits davon hat ERANG wieder einen bunten Blumenstrauß an Inspirationen im Gepäck.
Zwischen düsterer Realität und mittelalterlicher Fantasie
Einige der Songs wie der Album-Opener „I Will Never Apologize For What I Am” knüpfen nahtlos an die einleitende Botschaft von ERANG an und geben den Hörer:innen Zeit, sich langsam in „Medieval Noir“ hineinzufühlen. Auch Gesellschaftskritik kommt auf dem Album mit Stücken wie „Dystopian Dungeon“ und „The Death Of Democratia“ nicht zu kurz.
Dabei verlässt sich ERANG nicht allein auf Melodien, sondern scheut sich nicht davor, mit Liedern wie „Reality Was A Memory“ auch abstraktere Klanglandschaften zu erschaffen. Einen Kontrast dazu bilden „Neo-Feudalism“ und der Titeltrack, deren mittelalterliche Melodien und Instrumentierung ein wenig Leichtigkeit in das ansonsten oft düstere Album bringen.
Zu den Highlights auf „Medieval Noir“ zählen aber ohne Frage die schrägen, verzerrten Stücke wie „A Giant Skeleton Arises To Kill The Fake Emperor“ und „A Night At The Five Seasons Bunker Hotel“. Mit hohem Wiedererkennungswert und einem kleinen Augenzwinkern schaffen sie es, eine skurrile, aber gleichzeitig unheimliche Atmosphäre zu schaffen.
ERANG findet seinen eigenen Weg durch die Dunkelheit
Auf „Medieval Noir“ lässt ERANG sich von von unterschiedlichen Einflüssen und Themenfeldern tragen. Obwohl die Stimmungen der einzelnen Songs teilweise weit auseinander liegen, fügt sich die Mischung zu einem erstaunlich stimmigen Gesamtbild zusammen. Zwischen Fantasy- und Horrorästhetik und den Schrecken der realen Welt entsteht eine Atmosphäre, die sich weder auf Nostalgie noch auf moderne Dystopie festlegen lässt – und gerade in diesen Gegensätzen liegt der Reiz von „Medieval Noir“.

Louisa Esch































„Ich werde nicht länger hinnehmen, dass mir jemand vorschreibt, was ich tun soll.“
Some of those that work forces are the same that burn crosses?
Oder die letzten Worte von jemandem, der die Schranken am Bahnübergang ignoriert hat.