Drudkh + Grift - Betrayer By The Sun / Hägringar (Split)

Review

Bei den ukrainischen Folk Black Metallern DRUDKH handelt es sich um eine der dienstältesten noch aktiven Bands ihres Bereichs, und diese hat sich anno 2016 mit dem Melodic-Black-Metal-Jungspund hinter GRIFT zusammengetan. Das Ergebnis ist die Split „Betrayed By The Sun / Hägringar“, und beide Bands verfolgen darauf den Stil, den sie auf ihren 2015er-Alben eingeschlagen haben.

DRUDKH: Gewohnt großartig!

Die alten Hasen aus der Ukraine sind natürlich mit „A Furrow Cut Short“ von 2015, seines Zeichens neuntes Studioalbum der Band (zählt man das Akustik-Folk-Album „Songs Of Grief And Solitude“ mit), keine gänzlich anderen Wege gegangen, sondern dem auf den letzten drei, vier Alben eingeschlagenen Pfad weiter gefolgt. Dies setzen sie auch auf der „Betrayed By The Sun“-Seite der Split fort, die beiden Stücke „His Twenty-Fourth Spring“ und „Autumn In Sepia“ sind gewohnt eindringliche, melancholische Folk-Black-Metal-Stücke. Vor allem ersteres überzeugt mit seinem flotten Uptempo-Vibe, aber auch das im Mittelteil mit choralen Gesängen ergänzte „Autumn In Sepia“ weiß, Gänsehaut auf die Unterarme zu treiben. Nicht die aller-beeindruckendsten Stücke, die DRUDKH je geschrieben haben, aber durchaus nicht zu verachten.

GRIFT: Leider wie auf dem Album

Für das schwedische Ein-Mann-Projekt GRIFT stellte das letztjährige Album „Syner“ das Full-Length-Debüt dar. Nachdem die EP „Fyra Elegier“ von 2013 sowie die 2015er-Split mit SAIVA großartige Momente des modernen, melodischen Black Metals boten, wirkte „Syner“ jedoch etwas gewöhnlicher und lahmarschiger. Dieser Trend setzt sich, leider, auch auf der „Hägringar“-Seite der Split mit DRUDKH fort, statt getrieben-melodischer Black-Metal-Raserei bietet der Kopf hinter GRIFT anno 2016 depressiv-suizidal angehauchten Atmo-Black-Metal. So ist es wohl kein Zufall, dass „Källan“ beginnt wie ein Song aus der SHINING-Phase zwischen deren Alben „IV“ und „VI“. Ab dem Mittelteil gibt es eine durchaus hörenswerte Leadgitarre, das war es allerdings auch schon an Höhepunkten in „Källan“. Das abschließende „Cirkeln“ wirkt etwas diverser und kann mit einem schleppend-melancholischen Part nach ungefähr der Hälfte punkten, aber auch hier gilt: mehr Abwechslung, mehr Ideen, mehr Höhepunkte hätten gut getan.

„Betrayed By The Sun / Hägringar“ – ein zweischneidiges Schwert!

Damit ist die „Betrayed By The Sun / Hägringar“-Split ein zweischneidiges Schwert: DRUDKH bieten auf der A-Seite gewohnt großartige Folk-Black-Metal-Kost, die Fans der Band sich auf jeden Fall ins Regal stellen sollten. Die GRIFT-Seite hingegen drängt die großartigen Ansätze der Frühwerke des Projekts nach hinten und setzt die Elemente in den Vordergrund, die auf dem Album schon nicht mehr so gut funktioniert haben. Damit ist die GRIFT-Seite der Split sehr viel weniger empfehlenswert als die DRUDKH-Seite – aber na ja, das „Syner“-Album hat ja auch seine Fans. Insofern: ausprobieren!

12.09.2016

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1 Kommentar zu Drudkh + Grift - Betrayer By The Sun / Hägringar (Split)

  1. S. G. sagt:

    Drudkh klingen seit, wieviel jahren? immer gleich. Hast du eine, hast du alle. Grift probieren etwas neues aus. Verbinden Tradition mit Individualität. Über Geschmack kann man streiten, Herangehensweisen kann man nachvollziehen oder auch nicht. Mir gefallen GRIFT mit ihrem urigen, schrägen melancholischen tarditions black metal um längen besser, als auf der etwas langweiligen ersten EP.

    … Drudkh – 6 solide punkte weil wegen langeweile aber ich mag ihren sound
    … GRIFT – verdiente 9 punkte weil gegen den Strom stemmend und dem unterstreichen der eigenen Individualität