Einherjer - North Star

Review

Soundcheck Februar 2021# 8 Galerie mit 23 Bildern: Einherjer - Rockharz Open Air 2023

EINHERJER darf man zurecht zu den Mitbegründern des Viking Metals zählen. Mit ihrem glorreichen Debütalbum „Dragons Of The North“ gaben die Pioniere eine mögliche Marschrichtung vor, dieses Werk wird dieser Tage via Napalm Records wiederveröffentlicht. Aber die Geschichte der Genre-Vorreiter hatte nicht nur glanzvolle Momente, man denke nur an das recht peinliche Schunkelalbum „Odin Owns Ye All“. Hervorragend düstere Epen wie „Norwegian Native Art“ oder „Blot“ waren dann wieder wertiger und zupackender. Mit „North Star“ liegt inzwischen das achte Studioalbum vor, mit welchem EINHERJER wieder zu Napalm Records zurückkehren.

Im Zeichen des Nordsterns

Über die Jahre haben EINHERJER ihren Stil entwickelt und etwas variiert. „North Star“ setzt nun da an, wo der Vorgänger „Norrøne Spor“ aufgehört hat. Die Norweger konservieren nicht nur die Mythologie ihrer Ahnen, sie bleiben auch ihrer musikalischen Ausrichtung treu, indem sie an ihren teils eigenwilligen Markenzeichen festhalten und optimieren. Die heidnischen Klänge des Viking und Folk Metal, gepaart mit Einflüssen des nordischen Black Metals als auch klassischem Rock. Aufgenommen im hauseigenen Studio Borealis von Gründungsmitglied und Mastermind Frode „Grimar“ Glesnes, ist der Sound wunderbar trocken und organisch. Apropos Frode, dieser singt nun alle Stücke auf „North Star“ ausschließlich in Englisch! Das ist etwas schade, nimmt es doch ein wenig von der Faszination, ohne aber den Fluss des Albums zu stören.

Die Langboote kommen!

EINHERJER eröffnen „North Star“ mit dem monumentalem Opener „The Blood And The Iron“, von welchem man sich sofort zurückversetzt zu „Norrøne Spor“ fühlt. Massiver Double-Bass Einsatz findet sich nach dem atmosphärischen Einstieg in diesem starken Stück, das irgendwo zwischen Viking/Folk, Black und traditionellem Heavy Metal liegt. Hat manchmal was von HELHEIM. Mörderische Grooves, episch erhabener Refrain, klassisches Gitarrensoli, EINHERJER durch und durch. Das folgende „Stars“ setzt auf düstere Akkorde, große Melodien, ambientig-atmosphärische Klanggebilde und abwechslungsreiches wie druckvolles Schlagzeugspiel, über allem dieser einprägsame Refrain. „West Coast Groove“ – den Songtitel muss man sich als Norweger erst einmal erlauben! Aber keine Sorge, hier wird nicht die USA gesurft, vielmehr feiert der Song den Lokalpatriotismus der Band aus Rogaland als auch EINHERJER selbst. Feine, klassische Gitarrensoli garnieren diesen breitbeinig und schmissig mit ordentlichem Drive gespielten Rocker, der stark von MOTÖRHEAD beeinflusst ist – so klingt Rock’n’Viking!

„Ascension“ ist insbesondere bei der Gitarrenarbeit mit tollen Leads und Soli vom traditionellen Heavy Metal geprägt, während das stampfende „Higher Fire“ abgesehen vom Gesang fast schon als klassische US Metal Hymne durchgehen könnte. Dennoch, bei aller Vielfältigkeit, es sind immer EINERHJER eindeutig identifizierbar. Die Wurzeln im Black Metal in Kombination mit folkigen Melodien scheinen bei „Echoes In Blood“ wieder stärker durch, tolle Hooks, sehr dynamisch mit einigen Wechseln. Episch getragen mit beschwörendem Gesang geht es mit „Listen To The Graves“ weiter, das ein gekonntes Soloduell zwischen Gitarre und Bass in sich trägt. Abgeschlossen wird „North Star“ von „Chasing The Serpent“, epischer Viking Metal, der etwas an ENSLAVED erinnert. Alles gut? Im Grunde ja, jedoch fällt der doch etwas limitierte Gesang bei der Vielfältigkeit und dem Abwechslungsreichtum etwas negativ auf.

EINHERJER bleiben auf ihrem eingeschlagenen Pfad

„North Star“ ist erneut ein starkes, intensives und vielschichtiges Album, das zwar keine neuen Akzente oder großartige Weiterentwicklungen zeigt, dafür aber beständige Qualität bietet. Fans von EINHERJER können bedenkenlos zugreifen.

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18.02.2021

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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