Entombed A.D. - Dead Dawn

Review

Galerie mit 10 Bildern: Entombed A.D. - Leafmeal Festival 2016

Fast scheint es, als wollten ENTOMBED, oder das, was von ihnen unter dem Zusatz A.D. übrig geblieben ist, für all die verlorene Zeit entschädigen und wieder gutmachen, was sie in Jahren der Untätigkeit versäumt haben. Innerhalb der für spätere ENTOMBED-Verhältnisse rekordverdächtig anmutenden Zeit von nur 18 Monaten folgt schon der zweite Streich „Dead Dawn“, der den ersten „Back To The Front“ vielleicht nicht vergessen macht – aber zumindest in die Kategorie Anlaufschwierigkeiten verbannt.

Nach dem eher verzichtbaren Quasi-Comeback haben sich ENTOMBED A.D. gefangen und legen auf „Dead Dawn“ hörbar eine Schippe drauf. Mit einer deutlich Thrash-lastigeren und spritzigeren Gangart als auf dem Vorgänger vermögen Petrov, Elgstrand, Dahlstedt und Brandt noch tatsächlich Songs hervorzubringen, die, sollten ENTOMBED A.D. die hohe Schlagzahl aus Release- und Tourzyklus beibehalten, durchaus zu ernstzunehmenden Nummern im Kanon einer der wichtigsten Schweden-Bands reifen könnten. Die zackig riffenden „Down To Mars To Ride“ und „The Winner Has Lost“ oder das unbehaglich balladesk groovende „Hubris Fall“ zum Beispiel sind von solchem Schlag. Die für diese Band so typischen morbiden Melodien funktionieren hier besonders zwingend und sind in „Midas In Reverse“, „Total Death“ oder „Silent Assassin“ ebenfalls prägnant umgesetzt, wenn auch diese Songs als Ganzes nur mit Abstrichen überzeugen können. Denn die Kehrseite von „Dead Dawn“ ist nicht das Pech, an der schier übermächtig wirkenden eigenen Diskographie gemessen zu werden; trotz dem wiedererstarkten Verbund aus Schwedentod und schmutzigem Rock ‘n‘ Roll leisten sich auch ENTOMBED A.D., wie das Original in seinen späteren Jahren, schleppende Passagen oder gleich ganze Nummern, die auch nach mehreren Durchläufen nicht zünden wollen (etwa „As The World Fell“ sowie das Rausschmeisser-Duo „Black Survival“ und „Not What It Seems“).

„Dead Dawn“ ist aber insgesamt ein Album, bei dem die Formkurve seiner Verfasser klar nach oben zeigt. Nicht zuletzt dürften ENTOMBED A.D. damit auch dem abtrünnigen Alex Hellid mächtig auf die Pelle rücken. Immerhin hat dieser seit der unrühmlichen Auseinandersetzung 2013 bis auf die orchestrale Umsetzung von „Clandestine“ nicht viel auf die Kette bekommen und mit Album Nummer zwei in aller Munde zu bleiben, ist für die Verkehrsgeltung der originalen Wort-/Bildmarke sicherlich auch nicht ganz von Nachteil. Zumal ENTOMBED A.D. bereits angekündigt haben, 2016 mit den Arbeiten für ein weiteres Album zu beginnen.

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15.02.2016

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