Everture - Emerge

Review

“Sometimes great hardships evoke beautiful things.“ So beschreibt die finnische Modern-Metal-Band EVERTURE die Produktion ihres Debütalbums “Emerge“. EVERTURE ging es im vergangenen Jahr so wie vielen anderen Bands, denn die Auswirkungen der Corona-Pandemie wurden in vielen Bereichen spürbar.

Vor allem haben sich dadurch die Studioaufnahmen in die Länge gezogen und so entschied sich Sänger Jere Kuokkanen dafür, einen Teil seiner Vocals im Homeoffice aufzunehmen. Doch den erschwerten Umständen zum Trotz, schafften es EVERTURE, ihr Debütalbum fertig zu stellen.

“Emerge starts off big time as all good albums do!“

“Emerge“ wird mit dem Song “In Between“ eröffnet, der nach einem atmosphärischen Intro in die gewohnte Metalcore-Härte übergeht. Der cleane Gesang in den Strophen bildet zunächst einen angenehmen Kontrast zu der Härte der Rhythmusfraktion. Es folgt ein fast schon poppiger Refrain, welcher mit melodischen Gitarren und Harmonien an Bands wie BURY TOMORROW erinnert.

Der erste Teil des Albums erzeugt eine positive und hoffnungsvolle Stimmung. Songs wie “Undersky“ erinnern die Zuhörer daran, niemals die Hoffnung aufzugeben. Ein eindrucksvoller Song, der gerade in Zeiten wie diesen den Fans eine wichtige Botschaft vermitteln soll.

Mit dem darauffolgenden Track “The River Flows“ zeigt die Band eine neue Seite von sich. Für die zunehmende Härte sorgt vor allem die einsetzende Doublebass. Diese bildet in Kombination mit dem verzerrten Bass einen stabilen Klangteppich. Der typische Metalcore-Breakdown bietet des Weiteren einen erfrischenden Gegensatz zu den plötzlich einfließenden Klaviermelodien.

Das politische Statement von EVERTURE

Mit “Ivory Tower“ möchten EVERTURE ein politisches Statement setzten. Sie kritisieren hier offen die blinde Sucht der Menschen nach immer mehr, wobei dadurch der wahre Wert des Lebens in Vergessenheit gerät. Die Atmosphäre des Albums wird an dieser Stelle deutlich düsterer und so sagt die Band selbst, dass es auf “Emerge“ eine A- und eine B-Seite gibt.

Die B-Seite von “Emerge“

“My 52 Shades“ erzählt von dem inneren Kampf mit sich selbst und all den Sorgen des Lebens: “You carry the weight of the world to nowhere“. Der Track scheint anfänglich die Ballade des Albums zu sein, doch nach sanften Tönen folgt eine explosive Wendung. Das Riffing erinnert stark an PARKWAY DRIVE und die für EVERTURE markanten Gitarren- und Synthieharmonien verleihen dem Ganzen einen AVENGED SEVENFOLD-Charakter. Jedoch wirkt gerade der Einsatz der Synthies als Stilmittel, um einen epischen Klang zu erzeugen, etwas erzwungen. Es folgt viel Instrumental mit wenig Gesang, was zwar für Abwechslung sorgt, jedoch unstrukturiert wirkt.

“Emerge“ endet mit der Hymne “Closure“ allerdings trotzdem stabil, denn die Kombination aus energetischem Rhythmus, melodischen Gitarren und Gesangsmelodien mit Ohrwurmpotenzial erzeugt eine melancholische Stimmung und bildet damit den perfekten Abschluss.

EVERTURE liefern ein Album mit zwei Gesichtern

EVERTURE haben mit “Emerge“ trotz erschwerter Voraussetzungen ein solides Album abgeliefert. Die Songs sind allesamt dynamisch und werden bei der Metalcore-Community mit Sicherheit gut ankommen. Schade ist allerdings, dass es der Band ein wenig an Originalität fehlt, da manche Riffs doch zu sehr an PARKWAY DRIVE erinnern. Die oftmals cleanen Vocals fügen sich nur bedingt ein. Alles in allem ist das Album aber dennoch hörenswert und EVERTURE werden ihren Fans damit sicherlich eine Freude bereiten.

Text: Luisa Knauß

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19.03.2021

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