Kein Cover

Evil One - Militia Of Death

Review

Deutschlands Antwort auf Elvis lautet ganz klar Peter Kraus. Gerade im musikalischen Bereich hat Deutschland schnell ’ne Antwort auf originäre amerikanische Entwicklungen parat.

Frankreichs Antwort? Vielleicht Johnny Hallyday… was war denn gleich die Frage?

Frankreich… die haben was mit Rock im weitesten Sinne zu tun? Zwischen all dem Weißbrot, Schnecken und Sarkozy…? Sind die zurzeit nicht eher im Handball ein fester Begriff? Aber Rock? Ist der Eiffelturm Rock?

Ach ja! Da gibt es doch mittlerweile eine ganze Schwadron begabter Mucker, die auch internationale Anerkennung finden. Richtig… man vergisst halt schon mal, welche Klasse-Bands aus Frankreich stammen.

Irre, denn spätestens jetzt ist klar, dass auch in Frankreich das Old-School-Thrash-Revival angekommen ist. Obwohl sich EVIL ONE im Grunde nicht so ganz entscheiden können, ob sie nicht doch lieber dem klassischen Heavy Metal den Vorzug geben.

Dass man den sehr zu schätzen weiß, offenbart nicht nur der Umstand, dass der Fünfer ACCEPTs “Fast As A Shark“ gecovert und einen gewissen Herman Frank zum Solieren eingeladen hat. Nein, die solide Tradition lässt sich eigentlich auf keinem der dargebotenen Stücke leugnen, so dass “Militia Of Death“ ob der optischen Ausrichtung der Band hinsichtlich Cover und Bandpics eher als Melange aus Thrash und Heavy Metal durchgeht, denn als reine Drescherei.

Man legt Wert auf klassische Soli, die u.a. nicht nur der ACCEPT-Recke beigesteuert hat, sondern auch auf arge Fingerflitzerei, für die man auf dem Titeltrack Jeff Waters verpflichten konnte. Vorgenannter Track ist aufgrund seines Riffings, der Bandshouts und des Songwritings jedoch ein echter Thrash-Stampfer, der die Klasse EVIL ONEs belegt. Hier ist eben Konsequenz, Abwechslungsreichtum und Nachhaltigkeit gegeben. Doch gleich der nächste Song “Evil Invasion“ kommt nicht nur aufgrund des hoch melodiösen Refrains wieder sehr NWOBHM-orientiert daher.

Aber egal, in welchem Lager sich die Franzosen letztlich auch am wohlsten fühlen mögen, sämtliche Stücke sind aus einem Guss; man weiß, das Material vernünftig arrangiert und mit großer Spielfreude zu präsentieren, hat dafür einen ansprechenden, wenn auch noch lange nicht perfekten Sound ins Polycarbonat geschossen und bietet jedem Fan vorgenannter Spielarten mehr als durchschnittliche Kost. Wo der Bass im Gegensatz zu vielen anderen Veröffentlichungen versumpft, präsentiert sich der Tieftöner wohltuend blubbernd bis knackig. Hinsichtlich der technischen Umsetzung ist vielleicht nur zu bemängeln, dass sich der Fronter bei der ein oder anderen Gesangsmelodie abseits der vorgesehenen Pfade bewegt und somit ein wenig Schieflage hat. Dies gerät aber nicht zu einem entscheidenden Manko, passen die mittleren Lagen doch wieder bestens.

Sicher, auch in Frankreich erfindet man so gar nicht neu, was diese Art Mucke angeht, aber das widerspräche eben auch genau dieser Art!

Genre-Fans also bitte zugreifen! Liegt Wacken nicht irgendwo an der Seine?

 

28.03.2011

Der metal.de Serviervorschlag

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