Existent - Kartenhaus

Review

Aus dem Norden weht ein rauer Wind herbei und für diesen kann sich die Hamburger Band EXISTENT verantwortlich zählen. Denn mit ihrer neuen EP „Kartenhaus“ werden die Karten auf den Tisch gelegt. Unverdeckt. Die Band, die mit „Startschuss“ ihr Debüt präsentierte, ist 2021 wieder zurück. Erwachsen geworden, reifer geworden, mit dem Ziel in ihren Songs all das anzusprechen und auszusprechen, was gerade um uns herum passiert. Es wird ernst und kein Spiel, und am Ende fällt das „Kartenhaus“.

EXISTENT: Rauer Wind aus dem Norden

Das Gerüst des Ganzen bildet eine Mischung aus Rock und modernen Metal-Elementen, die sich in vielen Zügen aus der Metalcore-Schublade bedienen, aber nicht zu überladen wirken. Ein bisschen Punk-Attitüde für den nötigen Rotz gibt es noch als Topping oben drauf.

Damit setzen EXISTENT deutlich auf einen abgehangenen, erdigen Stil, der nicht zu klinisch und straffgezogen wirkt und eindeutig auch besser zu den Lyrics passt. Durch dieses Mash-Up zwischen Rock- und Metal bleibt es herrlich schmutzig und gleichzeitig griffig fordernd und laut. Und klar laut muss es sein und werden, wenn man etwas zu sagen hat.

Das einstürzende „Kartenhaus“

Der Titeltrack selber lässt sich mit zackigen Riffs und düsterer Grundnote über den Klimawandel, die Verschmutzung der Umwelt und den Massenkonsum der Menschen aus. Denn wer die Augen verschließt, sieht weniger. EXISTENT wollen aber genau das Gegenteil erreichen, nämlich nicht nur die Ohren sondern auch die Augen öffnen, den Spiegel vor die eigene Nase halten. „Im Freien Fall“, der mit pumpenden Rhythmus nach vorne durchstartet, hält diesen nicht nur vor die Nasen sondern zerschmettert ihn lyrisch und mit ordentlich Schmackes an der Wand.

EXISTENT: Erhobener Mittelfinger

EXISTENT thematisieren damit auf ihre Art den schockierenden Rechtsruck in Deutschland: „Ich hass‘ dich nicht ohne Grund. Deine Welt ist mir zu bunt. Nazi bin ich sicher nicht, das ist gute Bürgerpflicht! F*** dich! F*** dich richtig!“ Dem ist nichts hinzuzufügen.  Erhobener lyrischer Mittelfinger- läuft.

„Kartenhaus“: Würzige Nummer mit Tiefgang

Mit „Kartenhaus“ zeigen EXISTENT eine stabile Ladung Deutschrock die textlich mit der Faust auf den Tisch haut, dass selbiges in sich zusammenfällt. Die punkigen Texte und die im mittleren bis mittelschnellen Tempo angesiedelten Deutschrock-Tracks der EP sind damit eine spaßig-würzige Nummer mit Tiefgang. EXISTENT zeigen was sie können und wollen. Etwas mehr Feinheiten im Songwriting und einige tiefergehende Gitarrenriffs wären hier noch auf dem Wunschzettel; Aber hey, Luft nach oben ist bekanntlich immer. Für heute und jetzt steht das „Kartenhaus.“

17.07.2021

It`s all about the he said, she said bullshit.

Der metal.de Serviervorschlag

Oder auch: "Wer 'Kartenhaus' von Existent mag, wird auch das hier mögen." Lass andere Leser wissen, welche Platten sie noch anchecken sollten, wenn ihnen "Kartenhaus" gefällt.

Es gibt noch keine Empfehlungen zu diesem Album. Willst du die erste abgeben? Dann registriere dich oder logge dich ein.

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 33757 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Kommentare