Fleshcrawl - Epitome Of Carnage

Review

Soundcheck Juni 2026# 5 Galerie mit 12 Bildern: Fleshcrawl – 2024 in Saalfeld

Inhaltlich müsste man meinen: Viel passiert im Hause FLESHCRAWL. Seit dem letzten Album „Into The Catacombs Of Flesh“ aus dem Jahr 2019 ist der langjährige Sänger und Sympathieträger Sven Gross mit nur 44 Jahren an Krebs verstorben. Noch vor dessen Ableben 2021 tauschte die Band ein Jahr zuvor die Saitenfraktion aus, sodass auf dem aktuellen Werk „Epitome Of Carnage“ auch erstmals Apu Justin Reisch und Christian Kalbrecht an den Gitarren zu hören sind. Die Position hinter dem Mikro wird ebenfalls schon länger durch den in Ungarn lokalisierten Russen Borisz Sarafutgyinov ausgefüllt.

Neues Line-up, alte Kraft

So viel zum „bürokratischen“ Element des Ganzen. Dass die musikalischen Grundfeste auf dem zehnten Album der bayrischen Stockholmer plötzlich zum Erbeben kämen, wäre von der Wahrscheinlichkeit her betrachtet der berühmte Sechser im Lotto, den die Band hier natürlich nicht getroffen hat. Das nach vorn preschende „Blood Dominion“ und sein typisch durch schwedische Wälder sägende Sound, lassen keine Zweifel an dem Urheber dieser Schlachthymnen aufkommen, auch wenn sich im Vergleich zum Vorgänger durchaus Nuancen geändert haben.

Dass die Truppe aus Illertissen die klassischen Vertreter des HM2-Soundes verehrt, aber insbesondere DISMEMBER und deren aktuellen Werdegang mit prominenten Heavy-Metal-Einflüssen liebt, war rein quantitativ auf dem letzten Album kaum zu überhören. Mit dem melodischen „Embers Of Wrath“ und auch dem schleppenden Nachfolger „Committed To Suffer“ rücken Matti Kärki & Co. zwar wieder ganz nah, doch die Einflussgrößen der schwedischen Holzhackerei sind wieder etwas breiter geworden.

Sarafutgyinov akzentuiert die Lyrics im Großen und Ganzen etwas grunziger und weniger verständlich als es Gross seinerzeit über die Bühne brachte, dennoch bestätigt diese Neubesetzung den starken Live-Eindruck, den er bereits bei den Klassiker-Shows zum ersten Album hinterlassen hatte. Musikalisch und kompositorisch weisen FLESHCRAWL schon längst dieselben Raffinessen auf, wie sie auch die skandinavischen Vorbilder selbst einbringen, und das obwohl mit Reisch & Kalbrecht hier ebenfalls zwei neue Protagonisten die Hauptfeder schwingen.

„Safe Call“

So wirkt „Epitome Of Carnage“ nicht nur wie eine logische Nachfolge im längst nicht mehr so aktiven Veröffentlichungskosmos der Band, sondern man möchte bereits nach dem ersten Song ein großes Schild mit der Aufschrift „Safe Call“ nach oben halten. Während andere in den ausgetretenen Pfaden des Schweden-Death regelrecht steckenbleiben mögen, sind die Bayern auch mit nur noch einem Original-Mitglied (Drummer Bastian Herzog) genauso alte Hasen, die ihre Erfahrung zum Positiven einzusetzen wissen.

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04.06.2026

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Fleshcrawl auf Tour

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