Freezeebee - Guitars Of Doom

Review

Vom Albumtitel sollte man sich nicht verwirren lassen, denn mit schwerfälligem Doom haben FREEZEEBEE in etwa soviel zu tun wie Klaus Zumwinkel mit einer ordnungsgemäßen Steuererklärung. Zwar tönt das kurzweilige und titelgebende Intro von „Guitars Of Doom“ noch recht metallisch und obskur, doch schon das nachfolgende „Pills And Vitamines“ enthüllt die wahren Absichten der jungen Frankfurter Truppe: Das Quartett möchte den geneigten Hörer mit einem locker-leichten Groove verführen, der sofort ins Tanzbein geht.

Etwas großkotzig faselt der Promowaschzettel etwas von langweiliger und beschissener Rockmusik, die uns unterwürfigen Gitarren-Afficionados heutzutage serviert würde und – logisch – FREEZEEBEE seien da die große Ausnahme. Normalerweise lassen solche Statements eher aufs Gegenteil schließen, doch im Falle von FREEZEEBEE muss man wirklich neidlos anerkennen, dass ihr Wirken weder langweilig, noch scheiße oder sonstwas Negatives ist, sondern in der Tat mächtig rockt. Als ein Markenzeichen der Kapelle gehen vor allem die Gitarren durch, die so tiefergelegt sind wie die getunten Kisten der ortsansässigen Opelgang. Mit Nu Metal hat das alles nichts zu tun, vereinfacht gesagt spielen FREEZEEBEE herzerfrischenden Groove Rock mit einer extrem dominanten Rhythmusdependance, deren Gitarren den Hörer regelrecht erdrücken, dabei aber stets darauf achten, dass das Ganze Zappelbuden-kompatibel bleibt. Der Clou an der Sache ist aber die Fähigkeit der Band, intelligente Songs zu schreiben, die auf den ersten Blick gar etwas sperrig, bisweilen sogar etwas gleichförmig wirken, ein Eindruck, der sich aber spätestens mit dem zweiten, dritten Anlauf komplett ändert und sich die songschreiberischen Stärken der Hessen dem Hörer offenbaren. Nahezu jeder Song wird von einem anderen Motiv angeführt und die clever eingestreuten, kleineren Überraschungsmomente wie ein melancholischer Pianopart oder ein plötzliches Tempoanziehen sorgen für Dauerspaß über die gesamte Spielzeit von etwas mehr als einer Stunde. FREEZEEBEE mögen ihre Sache mit der notwenigen Seriosität angehen, dennoch sitzt den Jungs auch ein wenig der Schalk im Nacken. Egal ob treibender Smasher oder cooler Midtempo-Groover, die Jungs haben immer ein Lächeln auf den Lippen, ein feistes Grinsen im Gesicht, so als wollten sie sagen: Uns scheint die Sonne aus’m Arsch, also lasst uns tanzen, tanzen, tanzen. Das ist jung, das ist modern, das ist hip – bei diesen „Guitars Of Doom“ dürfte selbst Tita von Hardenberg einer abgehen.

Auch wenn’s mit dem Sommer noch etwas hin ist, hier gibt’s schon mal den ersten Soundtrack-Vorschlag dazu. Die seit 2001 aktiven Mannen dürften vor allem auch live ein großes Potential aufweisen können, geht also hin, falls FREEZEEBEE mal in der Gegend aufspielen sollten. Wer beim Gedanken an eine knackige Mischung aus CHILI PEPPERS, BEATSTEAKS und einer Prise FOO FIGHTERS die Hose nicht mehr zukriegt, sollte sich schleunigst die „Guitars Of Doom“ abgreifen.

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17.02.2008

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