Fury In The Slaughterhouse - Die Offizielle Hearstory

Review

FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE haben in ihrer 20-jährigen Karriere viele Dinge goldrichtig gemacht. Die Höhen und Tiefen des Musikbusiness haben die Hannoveraner ausgiebig kennengelernt, zwischenzeitliche Erfolge jenseits des großen Teichs inklusive. Und sogar für das offizielle Ende der Band haben die FURYs den richtigen Zeitpunkt gefunden.
Derzeit befinden sich die Brüder Wingenfelder und ihre Mitmusiker noch auf großer Abschiedstournee, bevor Ende August in ihrer Heimatstadt der letzte Vorhang fallen wird. Dennoch ist der Zeitpunkt für einen Rückblick auf die Bandgeschichte günstig, denn so bleibt das Ende offen und es bleibt genügend Raum für einen Ausblick auf die Zukunftspläne der einzelnen Bandmitglieder.

Mit der „offiziellen Hearstory“ präsentiert Autor Uli Kniep in der „Insight Hörbuch Edition“ von Rockphone Records einen umfassenden und kurzweiligen Einblick in die Bandgeschichte. Dabei geht er nicht stur chronologisch vor, sondern fasst ähnliche Themenkomplexe zusammen. Dadurch entsteht zwar teilweise ein leicht chaotisches Bild und manche Fakten werden mehrmals erwähnt, das Gesamtbild ist dabei jedoch durchwegs stimmig und ausgesprochen bunt.
Die große Stärke liegt in der Authentizität dieser sehr runden Produktion. Kein selbstverliebter Sprecher dominiert hier das Geschehen, statt dessen füllt Uli Kniep nur etwa die Hälfte dieser Doppel-CD mit seiner Stimme aus. Der Rest besteht aus O-Tönen der FURY-Musiker und von Weggefährten wie Klaus Meine (SCORPIONS), Heinz-Rudolf Kunze, Wolfgang Niedecken (BAP) und Oliver Kalkofe.

Saubere Übergänge werden durch die Verwendung von Original-Songmaterial geschaffen. Da hier auch viele der im Text thematisierten Stücke auftauchen, behält man auch den Überblick, wenn man nicht den gesamten elf Alben umfassenden Backkatalog in- und auswendig kennt. Die Geschehnisse werden nachvollziehbar und interessant dargelegt, so dass es Spaß macht, den einzelnen Anekdoten und Fakten zu lauschen.
Dass Uli Kniep sich mit FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE – aber auch der gesamten Hannoveraner Musikszene – hervorragend auskennt, wird mehr als deutlich. Und dass er hier nicht nur eine sture Auftragsrecherche auswertet, sondern selbst mit Herz und Leidenschaft bei der Sache ist, macht dieses Hörbuch auf zwei CDs zu einem absoluten Hochgenuß.

Als kleines Goodie für treue FURY-Fans finden sich zudem vier bislang unveröffentlichte Songs am Ende, die allesamt zwar musikalisch entbehrlich erscheinen, als Raritäten das Bild vom Schaffen der Band jedoch vervollständigen. Während „Don’t Look Back“ irgendwo zwischen Swing und Reggae stilistisch in eine sehr ungewohnte Richtung geht, zeigt „Dark Cellars“, das erste FURY-Demo aus dem Jahr 1987, bereits in Ansätzen das exzellente Songwriting, das für den anhaltenden Erfolg des Sextetts hauptverantwortlich ist.
„Time To Walzer“, das 1992 unter dem treffenden Pseudonym DIE BESCHISSEN’N SECHS eingespielt wurde, zeigt eine selbstironische Persiflage des ersten großen FURY-Hits. Die Streicher-unterstützte Live-Version von „Kiss The Judas“ schließlich ist ein absolutes Highlight. Es folgt als Hidden-Track noch das kurze Gedicht „Wer Zuletzt Singt“, mit dem der geneigte Fan etwas wehmütig Abschied von FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE nehmen kann.

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06.07.2008

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