Galibot - Euch’Mau Noir Bis

Review

Black Metal lebt längst nicht mehr nur von Satan, Frost und Wald. GALIBOT steigen mit „Euch’Mau Noir Bis tiefer hinab: in die Kohleschächte Nordfrankreichs, in Arbeitergeschichten, Staub, Krankheit und Dunkelheit. Damit verfolgen sie ein ähnliches Konzept wie DAUÞUZ. Schon der Bandname verweist auf die „Galibots“, also die Kinder, die früher in den Minen schuften mussten.

Euch’Mau Noir Bis – aus Alt mach Neu

Ganz neu ist das Material nicht. „Euch’Mau Noir bis“ erweitert und überarbeitet das 2024 veröffentlichte Debüt um zusätzliche Stücke und einen neuen Schliff. Der Sound bleibt rau, nimmt aber einen Hauch mehr Raum ein. Der Gitarrensound wirkt etwas druckvoller, das Schlagzeug erscheint in Details differenzierter und klarer, und über allem keifen, wie gehabt, die Stimmen von Diffamie und Thomas Deffrasnes mit einer Verzweiflung, die gut zum Thema passt.

Nach dem kurzen Intro „Les Galibots“ reißt der Opener „Cheval de fosse“ sofort die Luke auf. Rasende Melodien, schrille Vocals, ein dichter Gitarrenblock: GALIBOT machen bereits hier klar, wohin die Reise geht. „Courrières“ legt mit ähnlicher Wucht nach, bleibt aber etwas geradliniger. Hier zeigt sich auch eine kleine Schwäche der Platte: Manche Riffs setzen stärker auf Druck als auf echte Wiedererkennbarkeit. Das funktioniert für den Moment, aber es bleibt wenig hängen.

Schwarzmetall mit Staub in der Lunge

Stärker wird die Band, wenn sie Tempo und Atmosphäre besser gegeneinander ausspielt. „Barbara“ bringt melancholische Leads und geisterhafte klare Frauenstimmen ins Spiel, ohne den Biss zu verlieren. „Les nords“ hämmert direkter, während „Terre d’euch mau“ mit schwereren Passagen, wechselnden Gesangslinien und mehr Dynamik zu den eindrucksvollsten Stücken gehört. Da bekommt das Bergbau-Konzept auch musikalisch mehr Körper. Man hört nicht nur Black Metal mit interessanten Texten, sondern erlebt auch etwas von Enge, Dreck und Erschöpfung.

Die zusätzlichen Stücke „Le Galibot“ und „Schlamms“ runden das Album ab. Vor allem „Schlamms“ wirkt eisig, aggressiv und erstaunlich majestätisch, endet aber fast zu früh. Solche Momente zeigen, dass GALIBOT noch mehr könnten, wenn sie den Spannungsbogen gelegentlich mutiger aufbrechen würden.

Unterm Strich liefert GALIBOT ein starkes Debüt in erweiterter Form. „Euch’Mau Noir Bis“ ist kein perfektes Album, aber ein eigenständiges: schnell, melodisch, wütend, traditionsbewusst und thematisch relativ unverbraucht. Die Band erzählt von ihrer Region im historischen Kontext und vom Leben dort und schleift diese Geschichten durch Kohlenstaub, Lärm und heisere Kehlen. Interessante Scheibe.

Shopping

Galibot - Euch’mau Noir Bis [Vinyl LP]bei amazon25,81 €
21.06.2026

Shopping

Galibot - Euch’mau Noir Bis [Vinyl LP]bei amazon25,81 €

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38543 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Off Topic
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Kommentare