Happy The Man - The Muse Awakens

Review

So kann’s gehen: Da veröffentlicht man 1978 mit „Crafty Hands“ gerade mal sein zweites Album, hat ein großes Label im Rücken, aber trotzdem geht alles irgendwie den Bach runter. Fortan fristet man ein Dasein in den Raritätensammlungen der Prog-Freaks, deren Interesse über die Jahre hinweg mit „Dies und das“-Veröffentlichungen der Demo- und Livesorte wach gehalten wird. Dann reicht es einem, von irgendwelchen ewig gestrigen Fans und Veranstaltern befingert bzw. bequatscht zu werden, der Blick aufs Konto sowie eine amtliche Midlife-Crisis tun ihr übriges – schwups, schon ist die Wiederbelebung alter Zeiten nicht mehr weit. Dumm nur, wenn das eine oder andere ehemalige Bandmitglied inzwischen dem Alter mehr Tribut zollt, als dem Rock’n’Roll. Doch selbstverständlich finden sich immer irgendwelche gestandenen Mucker, denen die Bühnen der Welt mehr bedeuten, als das heimische Sofa. Im Falle von HAPPY THE MAN war es Stanley Whitaker, der den Anstoß zu einem neuerlichen Aufleben der Band gab. Mit Joe Bergamini am Schlagzeug und David Rosenthal (Rainbow, Bruce Springsteen, Whitesnake…) als Tastendrücker, fand sich auch äußerst amtlicher Ersatz für die Widerwilligen unter den Ur-Mitgliedern. Großartige Innovationen sind bei dem Comeback-Album des Quintetts nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Fans dürften daher kaum enttäuscht sein, über den fast ausschließlich rein instrumentalen progressiven Rock klassischer Machart, der hier geboten wird. Nach einem netten Einstiegsfeuerwerk, das ans Transatlantic-Projekt erinnert, geht man jedoch über weite Strecken arg gemächlich zu Werke. Bestes Beispiel ist der vor sich hinplätschernde Titelsong. Hier ist alles lieb, nett und freundlich, was auf Dauer etwas langweilig wird. Ein perfekt vertonter Sommerurlaubstag. Man liegt in der Sonne, schaut aufs Meer, breitet die Arme aus und stellt sich vor man schwebt im Wind. Am Abend findet sich eine sympathische Strandbar, mit seichtem, jazzigem Hintergrundgedudel, die Sterne leuchten, Lichter spiegeln sich geheimnisvoll auf dem Wasser. Nett, aber früher oder später verlieren solche Ferien irgendwie ihren Reiz.

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12.12.2004

Der metal.de Serviervorschlag

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