Headhunter - Parasite Of Society

Review

Tja, als HEADHUNTER 1990 mit „Parody Of Life“ anfingen, ebbte die frühe Power-Metal-Welle auch gerade wieder ab, der Thrash hatte Hochkonjunktur und die ersten Death-Metal-Bands krochen aus ihren Höhlen, um die Charts zu knacken. Keine Ahnung, was Schmier (DESTRUCTION) damals dazu getrieben hat, amerikanischen Power Metal zu zocken. Vielleicht eine Vorliebe für Bands der Marke METAL CHURCH oder VICIOUS RUMORS? Keine Ahnung. Was allerdings Tatsache ist, dass die drei HEADHUNTER-Scheiben mittlerweile einen gewissen Kultstatus erreicht haben und die Fangemeinde jahrelang nach einer neuen Veröffentlichung geschrieen hat.

Und wer Schmier kennt, der weiß, dass er ein netter Kerl ist (die Größe und der Patronengurt können zwar manchmal täuschen). Na ja, auf jeden Fall sind HEADHUNTER reaktiviert. Und das Kuriose ist: In der Originalbesetzung! Sprich Schmier, Schmuddel (ex TALON) und Drum-Koryphäe Jörg Michael (SAXON, ex STRATOVARIUS, RUNNING WILD).

Und wer die ersten Töne von „Parasite Of Society“ hört wird mir zustimmen, dass das Trio nichts von seinem Charme geschweige denn von der Songwriterqualität eingebüßt hat (ich meine hier allerdings nicht das Intro!). Im Gegenteil, auf dem Album gibt es einfach keinen Aussetzer. Die Songs sitzen, beweisen Charisma und eine feine Note Melancholie der brutalen Art. Egal ob der Titelsong „Parasite Of Society“, „Silver Skull“, “Doomsday For The Prayer”, “Read My Lips” oder das SKID ROW-Cover “18 And Life”, hier fügt sich alles zu einem großen Puzzle zusammen. Der Bonustrack „Rapid Fire“ kommt dann noch mehr als gelegen. Die Nummer macht dreimal so viel Spaß wie das Original von JUDAS PRIEST (zumindest als die Version mit Rob Halford).

Schmier rockt sich mühelos durch alle Stücke hindurch und, klar, klingt stimmlich stark nach DESTRUCTION. Über Jörg Michael braucht man natürlich keine Worte zu verlieren. Der Mann spielt einfach in der Champions-League der Schlagzeuger. Schmuddel holt geile Riffs aus der Klampfe und ziert diese mit einem typischen 80er Stil, der dennoch irgendwie modern klingt. Hammer!

Die Produktion der Scheibe ist erste Sahne. Ecken und Kanten, Wucht und Power, dabei unglaublich differenziert und nie glattpoliert. Daumen hoch. Die Hitdichte der Songs setzt dem ganzen dann noch die Krone auf.

Schön, dass HEADHUNTER wieder unter den Lebenden weilen. Ich muss mir die ersten drei Scheiben zwar noch mal genau anhören, aber ich denke, dass HEADHUNTER ihr bisher bestes und vor allem reifstes Werk geschaffen haben. Fans vom amerikanischen Power Metal, sowie des europäischen Thrash der 90er, werden mit „Parasite Of Society“ ihre wahre Freude haben. Nostalgiker natürlich auch, denn hier wurden die guten, alten Zeiten ebenfalls berücksichtigt.

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16.05.2008

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1 Kommentar zu Headhunter - Parasite Of Society

  1. Bluttaufe sagt:

    Klar, wer wie ich mit DESTRUCTION groß wurde, der wird immer gewollt/ungewollt Vergleiche anstellen…dafür ist Schmier sein Organ auch zu prägnant. Diese sind hier allerdings total unangebracht, auch wenn sich eine gewisse Thrash Kante im traditionellen Metal Korsett nicht leugnen lässt.
    Das Teil rockt an allen Ecken und Kanten. Endlich mal eine Platte auf der die ruhigeren Stücke auf einem Level mit den Uptempo Songs stehen.

    9/10