Heavy Sentence - Bang To Rights

Review

HEAVY SENTENCE kommen aus Manchester und klingen so britisch, wie nur Heavy Metal von der Insel klingen kann. Die Band suhlt sich auf „Bang To Rights“ tief in der Frühphase der NWoBHM und zockt ihre Songs mit einer unbekümmerten Rotzigkeit, die auch die Punk-Wurzeln des Genres nie außer Acht lässt. Kaum zu glauben, dass es sich um ein Debütalbum aus dem Jahr 2021 und nicht aus dem Jahr 1980/81 handelt.

HEAVY SENTENCE schwitzen Whisky und britischen Stahl

Schon der Opener „Age of Fire“ stürmt im Schweinsgalopp los und hätte mit seinem räudigen Flair auch problemlos so manche Punk-Scheibe der späten 70er eröffnen können. Nachfolgend gibt es flotte Twinlead-Duelle, breitbeinige Soloeinlagen und süffige Refrains, die sich nach ein paar Kannen Bier besonders gut mitschmettern lassen. Die Straßenköter-Charme vom HEAVY SENTENCE wird noch bestärkt durch einen Sänger, der klingt als würde er morgens schon mit der Kippe im Mundwinkel aufwachen, vor dem Frühstück erstmal eine Pulle Whiskey zum wach werden wegputzen und danach die Flasche selbst gleich mitessen.

Die unglaublich dreckige Reibeisenstimme von G. Howells trägt jedenfalls unwahrscheinlich zum schweißtreibenden Punk- und Rock’n’Roll-Flair dieses britischen Heavy-Metal-Kleinods bei und verpasst selbst dem supereingängigen „Cold Reins“ die nötige Portion Dreck. Nummern wie „Edge Of The Knife“ und „Heavy Sentence“ lassen erahnen, wie IRON MAIDEN wohl geklungen hätten, wenn nach der „Killers“ nicht Bruce Dickinson sondern ein gewisser Ian Fraser Kilmister den Sängerposten übernommen hätte und die Jungfrauen dem Stil ihrer ersten beiden Platten länger ergeben geblieben wären. „Broken Hearts“ und „Wicked Lady“ wiederum kanalisieren MOTÖRHEAD einfach direkt und ohne Umwege.

Anachronistisch aber geil

Hier haben Dying Victims Productions mal wieder ein gutes Händchen für qualitativ hochwertige Oldschool-Kost bewiesen, denn bei HEAVY SENTENCE stimmt das Gesamtpaket. „Bang To Rights“ atmet die stickige Atmosphäre kleiner verschwitzter Clubs und rauchverhangener Pubs; das Songmaterial ist dabei zwar schamlos anachronistisch, birgt durch seine Kombination aus Rotzigkeit, Energie und Können aber einen enormen Wiedererkennungswert. Abgerundet wird das Paket von einer organischen Produktion und einem Coverartwork das so aussieht, als hätte es ein jugendlicher Unruhestifter während des Unterrichts in sein Arbeitsheft gekritzelt, statt der Algebra-Lektion zu folgen.

Erwartungsgemäß liefern HEAVY SENTENCE hier also gewiss keine große Innovation ab, dafür richten sie aber eine schmutzige Heavy-Metal-Sause aus, die von vorne bis hinten Laune macht und einfach auf Dauerrotation gestellt werden kann.

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21.05.2021

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