Hellripper - Coronach

Review

Soundcheck März 2026# 2 Galerie mit 24 Bildern: Hellripper - Summer Breeze Open Air 2025

Mit dem letzten Album „Warlocks Grim & Withered Hags“ gelang HELLRIPPER nicht nur ein überraschend hoher Charteinstieg, auch sonst konnte sich Solokämpfer James McBain nicht über einen Mangel an positiven Resonanzen beschweren. Nun legt der Schotte nach und ob „Coronach“ wieder eine genauso hohe Platzierung erzielen kann wie sein Vorgänger, ist dabei eigentlich egal, denn ein Fest für Fans zünftigen Blackened Speed- und Thrash Metals wird es allemal.

Mit HELLRIPPER im Ziegengalopp durch die schottische Literatur und Folklore

Dabei wird die HELLRIPPER-Formel erneut um ein paar Nuancen erweitert, ohne dass McBain das Grundrezept auch nur im Ansatz verwässert oder faule Kompromisse eingeht. Das Songwriting hat noch etwas mehr Tiefgang, hier und da wird etwas ausgeschmückt und die schon auf dem Vorgänger fantastischen Melodien geraten noch eine Idee zwingender. Ansonsten geht es aber wieder im gestreckten Ziegengalopp durch die schottischen Highlands, wobei die heimische Literatur und Folklore für HELLRIPPER erneut die lyrische Grundlage bilden.

„Hunderprest“ eröffnet die Bambule dann auch sogleich mit hektischen Riffs, sinistren Leads und ordentlich Druck auf den Kesseln. Eine richtiggehend tanzbare Synthesizer-Einlage am Ende des Stücks sorgt dabei für ein völlig überraschendes, aber willkommenes Kontrastprogramm zur Aggro-Attitüde des Songs. Mit „Kinchyle (Goatkraft And Granite)“ steht der persönlichste und zugleich partytauglichste Song gleich an zweiter Stelle. Hier treffen klassische MEGADETH-Riffs auf schweinischen MOTÖRHEAD-Rock’n’Roll und jede Menge Punk-Attitüde. Da es sich hier laut James McBain um den Schlachtruf des McBain-Clans handelt, kann man nur mutmaßen, wie es wohl auf Familienfeiern des HELLRIPPER-Masterminds zugeht.

Erstmals episch wird es mit dem von dramatischen Pianoklängen eingeleiteten „The Art Of Resurrection“, welches nach angetäuschtem Vollgas eine latente düstermelodische Black-Metal-Schlagseite offenbart und mit einem ausgesprochen hymnischen Mittelteil glänzt. Nach dieser gelungenen Auflockerung gibt es mit „The Baobhan Sith (Waltz Of The Damned“) erstmal wieder zünftig aufs Mett, wenngleich der HELLRIPPER auch hier nicht mit melodischen Zwischentönen geizt und sogar ein ziemlich dreckig rockendes Solo einbaut.

James McBain setzt mit „Coronach“ nochmal einen drauf

Fürs eher grobmotorisch veranlagte Volk ist außerdem mit der völlig enthemmten Speed-Keule „Blakk Satanik Fvkkstorm“, dem hektischen „Sculptors Cave“ und dem leicht crustigen Banger „Mortercheyn“ gesorgt. In der Tradition des Vorgängers entpuppt sich der Titeltrack von „Coronach“ schließlich als astreine Midtempo-Hymne, bei der McBain erneut Dudelsäcke, aber auch stimmungsvolle Spoken-Word-Passagen und sogar überraschend starken Klargesang eingebaut hat. So endet das Album auf einer eindrucksvollen epischen Note und lässt Fans mit einem zufriedenen Grinsen zurück.

Nicht nur ist es HELLRIPPER gelungen, das bockstarke „Warlocks Grim & Withered Hags“ nochmal zu toppen; McBain zeigt zudem erneut, dass man auch ein viel beackertes Subgenre mit vermeintlich eng gesteckten Grenzen durchaus noch frisch und originell interpretieren kann. Überdies laden die Lyrics über Vampirwesen, rachsüchtige Hexen und übernatürliche Seuchen zum Erforschen der schottischen Folklore ein.

Und dass der Bursche all das mal wieder komplett im Alleingang zusammengeschustert hat, merkt man „Coronach“ ebenfalls kaum an. Allein die Produktion dürfte gerne noch ein wenig räudiger daherkommen und besonders der Drumsound könnte etwas mehr Wucht vertragen, ansonsten kommt in Sachen Blackened Speed- und Thrash Metal momentan aber nichts an HELLRIPPER vorbei.

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20.03.2026

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

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