Ignitor - The Spider Queen

Review

Legt man zugrunde, dass dieses bereits das dritte IGNITOR-Album ist und Sänger Jason McMaster immerhin Mitbegründer der Prog-Thrasher WATCHTOWER, kann einen „The Spider Queen“ fast noch weniger aus den Latschen hauen, als das sowieso schon der Fall ist. Von US Metal-Großtaten oder gar typischem Texas-Metal in HELSTAR- oder – klar – WATCHTOWER-Tradition ist man so meilenweit entfernt wie ein Verdurstender in der Wüste Gobi von frischem Quellwasser.

Hauptschuldig daran ist neben dem durchschnittlichen Songmaterial der grauenhafte Sound. Das Schlagzeug scheppert dünn, der Gesang ist knochentrocken und die Gitarren klingen wie mit einem Retro-Radio-Effekt belegt. Dadurch klingt es so, als würden sämtliche Instrumente aneinander vorbei spielen.

IGNITOR haben zudem offensichtlich Schwierigkeiten, sich auf einen Stil festzulegen. Der Opener „Magnus Opus“ etwa wimmelt von Leadgitarren und Falsett-Gesängen, das Riffing hat dafür allerdings kein „Painkiller“-Format, sondern erinnert eher an amerikanischen Stadion-Metal der tiefsten Achtziger. Ähnlich cheesy, allerdings wesentlich unkreativer ist „Angels Descend“ bei dem McMaster ein wenig an David Bowie erinnert.

Besser wird es erwartungsgemäß, wenn man sich an klassischen Metal-Sounds versucht. McMaster erinnert dann oft an den großartigen Carl Albert (R.I.P.!), und durch die vielen Harmony-Vocals und die ordentliche Gitarrenarbeit gemahnt ein Song wie „The Spider Queen“ in seiner Gesamtheit deutlich an VICIOUS RUMORS. Das folgende „Rune Of Power“ macht seinem Namen durchaus Ehre und zählt zu den besten Stücken auf diesem Album. „Construct Of Destruction“ ist mit seinem modernen Groove ebenfalls ein Highlight und zeigt, dass IGNITOR sich nur mal entscheiden müssten, um ein durchgehend gutes Album hinzubekommen.

Um einen Song wie „I Never Knew“ ist es eigentlich sogar ein wenig schade. Ruhig und verhalten beginnend steigert sich das Tempo, bevor nach dem Soloteil wieder der Anfang aufgegriffen wird. Leider ist dies weniger gelungen, als man hoffen könnte, der Spannungsbogen ist so schlaff wie eine gekochte Makkaroni. Auch das groovig angelegte „Evil Calling“ ist eher biedere Hausmannskost als glänzender Edelstahl.

Wäre nicht der Gesang von Jason McMaster, würde ein Song wie „What Love Denies“ einem die Füße einschlafen lassen. Mit seiner immer noch großartigen Stimme rettet er einen Großteil des Albums, doch immer kann auch er nicht die Kohlen aus dem Feuer holen. Eine Schmalz-Ballade wie „My Heart Turns To Dust“ wird auch durch guten Gesang nicht besser oder gar interessanter.

Ob IGNITOR mit „The Spider Queen“ beim Zielpublikum punkten können, kann guten Gewissens bezweifelt werden. Wäre dieses Album zur großen Zeit des US Metal erschienen, wäre es heute sicher kein Klassiker. Schade.

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22.08.2009

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