In Solitude - Sister

Review

Galerie mit 21 Bildern: In Solitude - Behemoth/Cradle Of Filth European Tour 2014

Zwar sind auch diese Burschen aus Uppsala mittlerweile beim berühmt-berüchtigten dritten Album angekommen, dennoch steht es außer Frage, dass für IN SOLITUDE auch nur ansatzweise die Gefahr eines Einbruches besteht.

Zum einen, weil es das Quintett blendend versteht, seine Songs auf authentische und intensive Weise auf der Bühne umzusetzen und man daher als Zuseher – selbst im Fall, dass man nicht zu jener Spezies zu zählen ist, die ohnehin schon im Vorfeld vor Freude jauchzt, um dem Treiben auf den Brettern beiwohnen zu dürfen – schlichtweg gefesselt ist von der Magie dieses Fünfers.

Zum anderen aber selbstredend auch, weil sich die Jungs schon seit längerer Zeit auf die Suche nach einer eigenen Nische begeben haben und diesen Anspruch schon mit ihrem letzten Werk „The World, The Flesh, The Devil“ regelrecht manifestiert haben.

Diese Marschrichtung wird mit dem aktuellen, simpel wie zugleich vielsagend „Sister“ betitelten Werk auch grundsätzlich beibehalten, stilistisch jedoch lassen sich abermals neue Facetten erkennen durch die IN SOLITUDE weiterhin an Eigenständigkeit zulegen konnten.

Diesbezüglich muss hier auch hinzugefügt werden, dass eben jene Zutaten, die mich mehrfach an jene Sounds erinnern, die in den späten 80ern und frühen 90er Jahren bei uns lapidar als „Underground“ bezeichnet wurden (und heutzutage wohl als „DarkWaveGothPunk“ oder so tituliert werden) und unter anderem von Bands wie CREAMING JESUS, SWANS oder FIELDS OF THE NEPHILIM dargeboten wurden, weshalb sie auch in der „Gruftie“-Ecke schwer angesagt waren – nicht nur zum Thema „Eigenständigkeit“ als absolut essentiell zu betrachten sind, sondern dieses Werk vor allem auf emotionaler Ebene zu einem sehr intensiven gemacht haben.

Diese Kombination haben die Schweden wirklich sehr elegant, vor allem aber auf tiefschürfende Weise hinbekommen, weshalb man von Tracks wie „Lavender“ oder dem Titeltrack auch in eine Art emotionale „Abwärtsspirale“ gezogen wird, dabei jedoch durch so manch‘ lässiges Schwermetall-Riff (inklusive den immer noch zu vernehmenden MERCYFUL FATE-Huldigungen) dennoch niemals das Licht am Ende des Tunnels aus dem Fokus verliert.

Zwar nimmt es einige Zeit in Anspruch, ehe man sich an die „Neuerungen“ gewöhnt hat und man sich wirklich hineinfallen lassen kann in dieses Album, dafür aber kommt der emotionale Aspekt nur ganz selten dermaßen intensiv zum Tragen wie bei „Sister“.

Ein zugegebenermaßen etwas eigenwilliges, dafür aber berührendes, absolut starkes und auch eigenständiges Stück Musik, das auf Grund der ungewöhnlichen wie originellen Gangart zudem auch erklärt, weshalb sich IN SOLITUDE vor allem mit Bands wie WATAIN oder THE DEVIL’S BLOOD verbunden fühlen.

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28.09.2013

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