Jacobs Moor - Anthems For The Apocalypse

Review

Ursprünglich hatten JACOBS MOOR die Veröffentlichung ihres dritten Albums bei Erscheinen der „Pandemia“-EP noch für 2024 geplant. Doch gut Ding will Weile haben, so dass die Österreicher schließlich bis in die zweite Hälfte des noch laufenden Jahres 2025 an ihren „Anthems For The Apocalypse“ werkelten und diese Ende Oktober komplett in Eigenregie veröffentlichten. Weltuntergangsstimmung ist dieser Tage ja sowieso schwer angesagt und wenn wir schon auf unserer Fahrt gen Abgrund sehenden Auges das Gaspedal unseres überzüchteten Verbenner-SUVs bis zum Anschlag durchtreten, so wollen wir die unvermeidliche Vollkatastrophe wenigstens mit dem passenden, fett aus den Boxen ballernden Soundtrack untermalen.

JACOBS MOOR wandeln in übergroßen Fußstapfen

JACOBS MOOR haben verstanden, ergehen sich dabei aber nicht in stumpfen Lärmorgien. Lässt man die thrashigen Riff-Gewitter länger einwirken, erkennt man hinter der oberflächlichen Düsternis und Aggression erstaunlich filigrane und harmonische Momente. Das kennt man bereits von Bands wie NEVERMORE, die wohl als eine zentrale Inspirationsquelle für das Quartett gedient haben dürften. Nicht zuletzt erinnert der betont rohe Gesang von Richard Krenmaier an den 2017 verstorbenen Warrel Dane, wenngleich Krenmaiers Organ etwas weniger dunkel tönt. Das Niveau der gerade wiederauferstehenden Amerikaner erreichen JACOBS MOOR zwar nicht, insbesondere im Hinblick auf das Songwriting kommen sie der hoch hängenden Messlatte aber verdammt nahe.

Woran es indes noch hapert, ist die Produktionsqualität. Zu dünn und matschig fällt der Mix aus, für den Drummer Rainer Lidauer maßgeblich verantwortlich zeichnet und dem man die hemdsärmelige Wohnzimmer-Herkunft etwas zu deutlich anhört. Hier hätte ein erfahrener Produzent die spieltechnisch gute Vorlage noch deutlich besser in Szene setzen können – was im Endeffekt aber natürlich vor allem eine Frage des Budgets ist. Denn JACOBS MOOR sind eine Selfmade-Band durch und durch, die ihren eigene Weg gehen und damit Beachtliches erreichen, auch wenn „Anthems For The Apocalypse“ leider noch nicht der ganz große Wurf geworden ist.

21.12.2025

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