Jim Gilmour - Great Escape

Review

Vor dem Lesen dieses Reviews sollte der geneigte Rezipient sich über einige Dinge Gedanken machen – primär über Instrumentals. Jeder, der von vornherein sagt, dass er mit Instrumentals nichts anfangen kann, braucht diese Rezension hier gar nicht erst weiter zu lesen und seine Zeit damit verschwenden; besteht “Great Escape“ doch zur Hälfte aus Stücken, die ganz ohne Gesang daherkommen.

Noch dabei? Wunderbar! Dann heißt es nun Willkommen im Reich von JIM GILMOUR, der mit “Great Escape“ dieser Tage sein neuestes Album vorlegt. Eines hat die Scheibe definitiv vorzuweisen: Konzept. Der Interpret beschäftigt sich hinlänglich mit der Huldigung seiner Heimat Kanada; konzeptionell ist wohl auch, dass die Hälfte der zehn Stücke als Instrumental und demzufolge die andere mit Gesang daherkommt. Um seine Stücke angemessen einzuspielen, hat der Künstler sich vier weitere Musiker ins Boot geholt. Er selbst übernimmt auf “Great Escape“ – wie könnte es auch anders sein? – das Keyboard und zudem die Vocals, wobei einer der Gastmusiker hier und da immer wieder einen Gesangspart beisteuert. Natürlich steht, nicht zuletzt wegen der vielen Instrumentals, das Keyboardspiel eindeutig im Vordergrund des Albums. Etliche Klangteppiche und dutzende Soli werden eingefleischten Keyboardfans sicher ein ums andere Mal eine große Freude bereiten – mir selbst leider nur sehr partiell. Sicher, die Instrumente werden perfekt beherrscht und JIM GILMOUR ist ein hervorragender Spieler, leider nur macht das alles noch lange kein gutes Album aus. Die etlichen Melodien sind oft schon zu Beginn einfach nicht mitreißend, grade mit der Zeit nutzen sie sich dann schnell ab. Auch der Gesang vermag mich nicht zu begeistern: Die ganze Zeit bewegt man sich im sehr hohen Bereich, was so ja auch legitim ist, und streift schon fast Falsettregionen. Den Charme, der dem Ganzen zuträglich wäre, kann der Gesang dabei leider nicht versprühen. Mit den Instrumentalstücken verhält es sich ganz ähnlich. Sicher bin ich angetan von der Virtuosität, doch was aber nützt die, wenn das Spiel dann doch allzu oft ins Belanglose abdriftet? Nicht viel.

Mit “Great Escape“ kann Jim nicht an die großen Erfolge grade seiner Band SAGA anknüpfen, sondern liefert ein technisch astreines, sonst aber sehr durchschnittliches Album ab. Jünger des Keyboardspiels und solche, die auf etliche Instrumentals schwören, dürfen ruhig mal ein Ohr riskieren – bei den meisten wird die Platte, wandert sie tatsächlich ins CD-Regal, dort wohl verstauben. Schade drum.

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24.03.2007

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