Karloff - Revered By Death

Review

Galerie mit 9 Bildern: Karloff - Hell Over Hammaburg 2023

Kollege Werner hatte im Rahmen seiner Kurzbeschreibung zum Debütwerk „The Appearing“ schon korrekt umrissen: KARLOFF klingen nicht nach Düsternis, höchstens nach dunkler Straßenecke, urbanem Schmutz und Überkonsum. Das soll sich auch auf dem Nachfolger „Revered By Death“ nicht ändern. Inzwischen ist das Duo mit Ulf Imwiehe, alias 733, der in Deutschlands Norden reichlich umtriebig ist (PHANTOM CORPORATION, SLAUGHTERDAY), zu einem Dreigespann angewachsen, doch angesichts dessen musikalischer Vita steht der Tieftöner keineswegs für eine Minderung des Asozialitätsgrades.

Keine Minderung des Asozialitätsgrades

Schwarzmetallisch gelabelt, haben die Oldenburger inhaltlich aber nicht allzuviel mit Black Metal am Hut, sieht man darüber hinweg, dass KARLOFF die tiefste Ebene des menschlichen Seins herauskehren. Somit geht die dreckige Atmosphäre auf „Revered By Death“ weit über die Punkwurzeln hinaus, trifft sich irgendwo an einem versifften Tresen mit MANTAR und verlässt die Eckkneipe für verlorene Seelen als angedoomte Punkband, die aus einfachen Rebellionsakkorden die musikalische Untermalung für abgestandenes Bier formt.

Beim fast sechsminütigen Longtrack „When The Flames Devour You All“ bleibt unterm Strich vielleicht am meisten Dreck kleben, der schließlich so etwas wie die Identität KARLOFFs ausmacht. Dennoch hat man diese, ähnlich wie beim Vorgänger, relativ schnell erfasst und erwischt sich, trotz weniger als 30 Minuten Spielzeit, beim Warten auf etwas mehr Abwechslung. Diese kommt aber weder von der Saitenfraktion, noch durch das mies gelaunte Geraune von Horrified am Mikro. Auch die etwas eingängigeren Vorschlaghämmer der Marke „A Pessimistic Soaring“ oder „Crown Cult Fate“ machen zwar einen guten Eindruck, lassen aber das gewisse Etwas vermissen.

Feingeister werden verjagt

KARLOFF finden in der tiefen Schublade unzähliger Veröffentlichungen zwar durchaus ihre Nische, denn selten klingt angeschwärzter Punk dermaßen sludgy, doch die Umsetzung ist eben nichts für Feingeister. Das Oldenburger Trio geht mit seinem zweiten Album „Revered By Death“ erneut an die Stellen, die in jedweder Hinsicht wehtun und umschifft damit gleichsam zielsicher den Weg, eines Albums, das Everybody’s Darling sein möchte.

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14.01.2026

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