King Chrome - Ridin' Shotgun

Review

Warum KING CHROME auf ihrer Facebook-Seite „Fukk-U-Core“ als Genre angeben, weiß kein Mensch. Lasst euch davon, ebenso wie vom absolut unpassenden Bandfoto, nicht irritieren. KING CHROME aus Stuttgart spielen auf „Ridin‘ Shotgun“ schnörkellosen, absolut breitbeinigen und hart groovenden Rock. Staubtrocken, rifforientiert und mit einem Sänger, der wie James Hetfield im gechillten Nebenprojekt klingt.

Das muss knallen

Man kann „Ridin‘ Shotgun“ eigentlich nur vorwerfen, dass der Sound zu lasch geraten ist. Die Riffs müssen mehr braten, der Bass mehr bollern und der Sänger muss deutlich angriffslustiger aus den Boxen schallen. Dass die Platte der vier Herren trotzdem überzeugen kann, liegt an dem guten Songmaterial. Ein Brett ist ein Brett und ein gutes Riff ist ein gutes Riff. KING CHROME wissen, wie man ein Riff zockt, überzeugen souverän ohne unnötig zackig über die Bretter zu dudeln. Das erinnert eher an die Art und Weise, wie TREMONTI zu Werke geht und ordnet sich irgendwo zwischen Wüste, heißen Öfen und Whiskey ein. Man kann „Ridin‘ Shotgun“ schon eher als erwachsenenorientierte Musik mit großem Wert auf das Handwerklich bezeichnen. Den Höhepunkt der Lässigkeit erreichen KING CHROME in „Renegade Ways“, während Marko und Sasch sorgfältigen Sex mit ihren Saiten haben, holt jemand noch eine Mundharmonika dazu. Nicht der einzige Moment, in dem die Band locker mit internationalem Standard mithalten kann und mehr nach Route 66, als nach Stuggi-Town klingt. „Code Of Silence“ tritt richtig fest nach, glänzt mit einem großen Refrain und einer Hommage an Grandmaster Flash – nicht zu verwechseln mit Grandfather Flash. KING CHROME können mühelos mit dem entspannten „Memories Of A Warrior“ anknüpfen und liefern ganz nebenbei eine unpathetische, durch Akustikgitarren und mit einem verspielten Gitarrensolo getragene, Halb-Ballade der Extraklasse.

KING CHROME rocken heftig, nicht mehr und nicht weniger

„Ridin‘ Shotgun“ ist keine Platte, die Refrains für die Ewigkeit bereithält. Keine Platte, die wahnsinnig inspirierend ist. Nein, es ist ein Platte, die einfach ganz pur rockt und noch dazu viele Facetten anbietet. „F UBAR“ ist absolut limitiert, setzt kräftige Gangshouts als spitze Akzente, hier gibt es zum ersten Mal etwas mehr Dampf und Nackenklatschen. Man kann nicht sagen dass KING CHROME träge wären. Es wird eben nur losgerast, wenn es sich lohnt und es gibt nur Interludes, wenn es Sinn ergibt. KING CHROME bedienen sich auch einem vergessen geglaubten Trick und verstecken am Ende der Wilden Dreizehn noch ein instrumentalen Bonus. Schlägt dem Fass jetzt nicht den Boden aus, hätte man eigentlich nicht gebraucht. Was KING CHROME wirklich dringend fehlt, ist eine dicke Produktion und – selbst wenn es oberflächlich klingt – Marketing, das den Sound transportieren und die Zielgruppe anspricht.

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29.06.2016

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