Kiuas - Lustdriven

Review

Das finnische Metal-Quintett KIUAS versteht es meisterlich, sich selbst als möglichst harmlos zu präsentieren: Auf dem Cover ihres letzten Albums „The New Dark Age“ stiegen die Musiker auf etwas unterdimensionierten Pferden vom Himmel herab, bewaffnet mit allerlei Hieb- und Stichwaffen, um gegen Kirchen und Atomkraftwerke als Symbole der modernen Gesellschaft anzukämpfen. Heuer schlüpfen die fünf Jungs in die Rolle von Jazzmusikern im Stile der vierziger Jahre und strahlen dabei notorische Erfolglosigkeit aus.

Reines Augenzwinkern. Wer jetzt nämlich denkt, KIUAS wäre eine Band wie viele andere und hätte sich in der Wahl der Mittel getäuscht, sollte sich schnellstens „Lustdriven“ zu Gemüte führen. KIUAS spielen zwar Power Metal, überschreiten aber mehr als einmal Genregrenzen und greifen allein bei den Zutaten in die Vollen. Zudem sind die Jungs durch die Bank Ausnahmemusiker und haben auch im Bereich des Songwritings einige Kniffe auf Lager.

Der Opener „Kiuassault“ ist eine gelungene Mischung aus wieselflinkem Power Metal mit angenehmen Vocals, wahnwitzigen Gitarren- und Keyboardsoli – und Hooklines, die nicht mehr aus dem Gedächtnis weichen. „Aftermath“ präsentiert einige Thrash-Metal-Anleihen und klingt bisweilen ein wenig an SEPULTURA, abgesehen natürlich von der instrumentalen Finesse. Sänger Ilja Jalkanen setzt auf kraftvollen Klargesang, der durch die Hinzunahme von Harmonielinien gelegentlich an Großmeister DIO erinnert, wagt aber auch Ausflüge in todesmetallische Bereiche. Und bei der hardrockigen Ballade „Lights Are Many“ darf er zeigen, dass er auch gefühlvoll singen kann. Auf instrumentaler Seite sticht sicherlich Gitarrist Mikko Salovaara hervor, der nicht nur durch seine variablen Riffs die Songs zusammenhält, sondern auch alle Spielarten moderner Gitarrenhelden beherrscht. Keine Frage, dass er sich – wie bei so vielen finnischen Bands heutzutage – veritable Duelle mit Keyboarder Atte Tanskanen liefern muss. Und dabei adaptiert Atte an den Tasten auch schon mal die Spielweise des Gitarristen.

Im Gegensatz zum Vorgängeralbum gibt es auf „Lustdriven“ verstärkt orchestrale Passagen zu hören (beispielsweise in „Of Love, Lust And Human Nature“ und „The Visionary“), ohne dass die Songs dadurch hüftsteif wirken – Punkt für KIUAS. Den Abschluss bilden mit „Summer’s End“ und Winter’s Sting“ noch zwei stimmungsvolle Stücke, auf denen Mikko Salovaara seine Akustikgitarre hervorholt. Schick und äußerst gelungen.

Bleibt als Quintessenz die Feststellung, dass „Lustdriven“ durch die Bank starke Songs enthält, die sich ins Gedächtnis fräsen, und gerade im instrumentalen Bereich ganz vorne mit dabei ist. Und das Beste zum Schluss: „Lustdriven“ mag zwar am ehesten als Power Metal durchgehen, muss aber durch seine Stilvielfalt und den angenehmen Gesang niemandem peinlich sein – egal ob mit oder ohne Augenzwinkern.

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31.03.2010

- Dreaming in Red -

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